50 Jahre Weltzeituhr am Alexanderplatz mit neuem Pavillon

Erste Besucher am neuen Infopavillon an der Weltzeituhr informieren sich über die Geschichte und Funktion des Berliner Wahrzeichens auf dem Alexanderplatz © Christian Marquardt
Erste Besucher am neuen Infopavillon an der Weltzeituhr informieren sich über die Geschichte und Funktion des Berliner Wahrzeichens auf dem Alexanderplatz © Christian Marquardt

Ende August traf man sich am generationsübergreifenden Treffpunkt Berlins: der Weltzeituhr. Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel, Erfinder und Designer Prof. Erich John, Rolf Merkel, ehemaliger Chefkonstrukteur der Rathenower Optischen Werke und Carsten Kollmeier, der Geschäftsführer der WELTZEITUHR-Gesellschaft kamen zusammen, um den offiziellen Jubiläumspavillon anlässlich des 50. Geburtstages der Urania Weltzeituhr einzuweihen.

Wie vor 50 Jahren, als im August 1969 die im havelländischen Rathenow gefertigten Bauteile der Weltzeituhr in das Zentrum Berlins transportiert und dort in den folgenden Wochen unter der Leitung ihres Designers Erich John auf dem Alexanderplatz zusammengesetzt wurden, transportierte die Firma Veloform jetzt den WELZEITUHR-Pavillon zum Alexanderplatz, um diesen neben der Weltzeituhr aufzustellen. Designt wurde der Pavillon nach strengen Vorgaben der zuständigen Denkmalämter vom Team des Dalí Museums in Berlin.

Am 30. September 1969 fand die feierliche Einweihung und Schlüsselübergabe an den damaligen Oberbürgermeister von Ost-Berlin, Herbert Fechner statt, planmäßig pünktlich vor dem 20. Jahrestag der DDR.

Zum Anlass des 50. Geburtstags der Weltzeituhr gibt es ab sofort erstmals die Möglichkeit, sich direkt vor Ort über die interessante Geschichte, die vielschichtige Funktionalität sowie den Urheber und Designer dieses einmaligen Berliner Wahrzeichens zu informieren.

Durch die enge Kooperation zwischen dem Bezirk Berlin-Mitte und der privat initiierten WELTZEITUHR Gesellschaft ist es als Public Private Partnership gelungen, einen Jubiläums- und Infopavillon direkt neben der Weltzeituhr aufzustellen. Dort können Berliner und Touristen ab sofort mehr über die Urania Weltzeituhr als Denkmal erfahren und erhalten von den im Infopavillon neu eingesetzten „Alexanderplatz Guides“ allgemeine und zusätzliche Auskünfte rund um den Alexanderplatz mit seinem vielseitigen Angebot an Shoppingmöglichkeiten, Attraktionen, Hotels und gastronomischen Einrichtungen. Dank der freundlichen Unterstützung der Berliner Sparkasse als Nachbar der Weltzeituhr, stehen hier kostenlos die offiziellen Weltzeituhrbroschüren für die Berliner und Besucher aus der ganzen Welt zur Verfügung.

Der Infopavillon ist zunächst für einen temporären Zeitraum von drei Monaten vorgesehen. Ziel des Bezirks ist es, durch den Infopavillon als „Alexanderplatz Information“ – zusätzlich zur (Re )Attraktivierung des Platzes – die nahegelegene Polizeiwache zu entlasten, deren Beamte leider immer wieder als touristischer Auskunftsdienst in Anspruch genommen werden.

„Und, wo treffen wir uns? An der Weltzeituhr! Ein Dialog, wie ihn Generationen von Berlinerinnen und Berliner, aber auch unzählige Berlinbesuchende geführt haben und führen. Die Weltzeituhr war und ist zentraler Treffpunkt, eines der bekanntesten Wahrzeichens Berlins, Designikone und natürlich immer noch das, was sie seit nunmehr fünf Jahrzehnten ist: ein Plädoyer für Weltoffenheit, die uns in Berlin und im Bezirk Mitte besonders wichtig ist“, erläutert Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel die herausragende Bedeutung der Weltzeituhr für Berlin. „Ich freue mich sehr, dass wir dieses Jubiläum feiern und zugleich die Informationsbox eröffnen können, auf der die Geschichte der Weltzeituhr dokumentiert ist. Überdies werden unsere neuen Alex-Guides drei Monate lang über alles Wissenswerte sowie über den Alexanderplatz und andere touristische Sehenswürdigkeiten Auskunft geben. Mag die Zeit auch immer schneller verrinnen, die Weltzeituhr bleibt davon unberührt und hat Bestand!“, so Stephan von Dassel weiter.

Die WELTZEITUHR Gesellschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, den Menschen, die sich generationsübergreifend aus aller Welt dort seit über 50 Jahren treffen, die Geschichte und Funktion der Weltzeituhr zu vermitteln und dabei, der Bedeutung als ein Alleinstellungsmerkmal Berlins und „Mutter aller Weltzeituhren“ gerecht werdend, das Denkmal und ihren Designer entsprechend zu würdigen. Alle Besucher können sich nun auf den Außenflächen des Weltzeituhr-Pavillons zur Geschichte und Funktionsweise informieren und erhalten bei den „Alexanderplatz-Guides“ am Counter des Infopavillons eine kostenlose WELTZEITUHR-Infobroschüre zum Mitnehmen.

„Wir haben es uns grundlegend zur Aufgabe gemacht, die Menschen über die Geschichte und Funktion der Weltzeituhr zu informieren und das nicht allein als zeitgeschichtliches Wahrzeichen und einzigartige Designikone, sondern eben auch als Symbol für Freiheit, Toleranz und Weltoffenheit im Herzen einer Stadt, die weltweit für diese Werte steht. Deshalb danken wir allen Beteiligten, die unsere Idee und unser Engagement, anlässlich des 50. Jubiläums endlich einmal Informationen an Ort und Stelle zur Weltzeituhr zu bringen, so tatkräftig unterstützt haben – allen voran Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte Stephan von Dassel“, so WELTZEITUHR Geschäftsführer Carsten Kollmeier.

„Auch wenn unser ursprüngliches Konzept einen Pavillon mit Aussichtsplattform als Fotopoint und zusätzlicher Info-Litfaßsäule vorgesehen hatte, freuen wir uns sehr über die realisierte Lösung, die durch das große Entgegenkommen der Berliner Denkmalbehörden ermöglicht wurde. Wir sind allerdings nach wie vor bestrebt, eine dauerhafte Lösung zu finden, um die historische und aktuelle Bedeutung der Weltzeituhr in ihrer unmittelbaren Nähe zu vermitteln, sei es auf dem Platz selbst oder in einer der umliegenden Immobilien“, so Kollmeier weiter.

„Für mich stand immer die Zeit im Vordergrund und wir haben schon vor 50 Jahren eine Lösung für das leidige Thema Zeitumstellung angeboten. Wir haben die Weltzeit dargestellt, wie sie durch den Lauf der Planeten vorgegeben wird“, beschreibt Prof. John seine Motivation zur Erfindung der Weltzeituhr. „Das Herz der Zeit schlägt in Berlin und ich fühle mich als Berliner. Als solcher bin ich dankbar für die Unterstützung, die ich damals erfahren durfte, damit der Bau der Uhr überhaupt möglich wurde. Heute danke ich Herrn von Dassel für die Verleihung der Ehrenmedaille und Carsten Kollmeier für sein Engagement, das die Weltzeituhr nach 50 Jahren mit mir in Zusammenhang bringt,“ bedankt sich John über die Ehrung durch den Bezirk Berlin-Mitte und die Würdigung seiner Leistung durch den Infopavillon.

Rolf Merkel, der ehemalige Chefkonstrukteur der Rathenower Optischen Werke, bedankt sich bei Erich John für das Vertrauen, und dass er ihn beim Bau der Weltzeituhr so maßgeblich unterstützen durfte.

Mit einer ganz außergewöhnlichen Tortenkreation im Weltzeituhr-Design würdigt auch die Confiserie Reichert das 50. Jubiläum des Denkmals auf dem Alexanderplatz. „Für uns als Berliner Traditionscafé war es eine besondere Ehre, dieses besondere Berliner Wahrzeichen mit den Mitteln unseres Handwerks und erlesener Rohstoffe in einen optisch und geschmacklichen Genuss umzusetzen“, freut sich Konditormeister Tobias Menge, Inhaber und Geschäftsführer des 1882 in Berlin gegründeten Unternehmens.

Angeschnitten und an die Gäste des Jubiläumsempfangs verteilt wurde das rund zwei Meter umfassende, essbare Designobjekt durch Bezirksbürgermeister von Dassel und Prof. Erich John, den Designer der originalen Weltzeituhr.

Bildnachweis: ©Christian Marquardt

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