Alles neu macht der April: Online statt Print

Krokusse im Volkspark Friedrichshain gegenüber dem Redaktionsbüro der Berliner Lokalnachrichten / ©Olivernumrich
Krokusse im Volkspark Friedrichshain gegenüber dem Redaktionsbüro der Berliner Lokalnachrichten / ©Olivernumrich

Die Berliner Lokalnachrichten werden jetzt vollends digital und stellen nach fast 30 Jahren die gedruckte Ausgabe ein.

„Eine Heimatzeitung würden wir schon lesen“ – Das war das Ergebnis einer Umfrage, die auf einer Titelseite im April 1990 abgedruckt war. Es war die erste Ausgabe der Köpenicker Lokalnachrichen, einem Vorgänger der Berliner Lokalnachrichen. Damals gab es noch eigene Ausgaben für einzelne Stadtbezirke im Osten Berlins. Die Mauer war erst vor wenigen Monat gefallen und die Menschen waren hungrig nach unabhängigen Medien. „Viele unserer damaligen Anzeigenkunden hat noch gar kein eigenes Logo und deshalb hatten wir eine Mustermappe dabei, aus der sie sich ein passendes Motiv aussuchen konnten“, erinnert sich Petra Gütte. Ihr Mann Manfred Gütte hatte die Zeitung als Familienunternehmen gegründet.

Eine Anzeigenzeitung war etwas ganz neues für die Menschen im Osten, so etwas gab es früher in der DDR nicht. Die Nachfrage war von beiden Seiten enorm: Sowohl die Leser als auch die Anzeigenkunden hatten riesiges Interesse und so wurden immer mehr Unterausgaben ins Leben gerufen und die Auflage schnellte in die Höhe. Schon damals war die Schmuckfarbe im Titel “Magenta”, obwohl der Rest der Zeitung mit in Schwarz gedruckt wurde. Die Zeitung wurde anfangs noch für 50 Pfennige im Straßenhandel von Zeitungsjungen verkauft. Nach einigen Jahren wurde der Vertriebskanal gewechselt, die Zeitung wurden nun über Hausbriefkästen verteilt.

Die meisten Exemplare unserer Zeitung werden über diese Ständer verteilt, die u. a. zu finden sind bei real, Kaufland, Hotels, Ärzte- und Krankenhäusern.
Zeitungsständer der Berliner Lokalnachrichten bei Kaufland am Alex.

Goliath gegen David im Verlagswesen

Immer wieder musste sich der kleine Verlag gegen Angriffe eines großen Verlages erwehren, der mit Hilfe seiner Rechtsabteilung den Berliner Lokalnachrichten das Leben schwer machte, um die ungeliebte Konkurrenz los zu werden. Die juristischen Auseinandersetzungen erforderten eine Konsolidierung: 1997 wurden die verschiedenen Stadtbezirksausgaben zu einer Zeitung für Gesamtberlin zusammengelegt, später das Format verkleinert, vom Rheinischen auf das Berliner, und der Zeitungskopf modernisiert – seitdem heißt es in der Unterzeile: “Ihre unabhängige Lokalzeitung mit Kiefinfos von Adlershof bis Zehlendorf.”

2015 wurden der Vertrieb der Zeitungen zusätzlich durch das Aufstellen von Zeitungsboxen verstärkt, die an hochfrequentierten Orten wie Supermärkten, Krankenhäusern und Hotels die Zeitung zum Mitnehmen anboten. Die Nachfrage war stets sehr groß, die Boxen regelmäßig noch vor dem Monatsende leergeräumt.

Aber die technische Entwicklung und ein verändertes Nutzungsverhalten sowohl bei Lesern als auch bei Anzeigenkunden macht eine neue, tiefgreifende Veränderung notwendig: Ab April 2019 werden die Berliner Lokalnachrichten nicht mehr gedruckt erscheinen, sondern ausschließlich als Online-Magazin. Dazu wurde der Webauftritt gründlich überarbeitet, technisch auf den neuesten Stand gebracht und auch optisch aufgefrischt.

Die Leser der Berliner Lokalnachrichten können auch in Zukunft aktuelle Kiezinformationen erhalten, außerdem Tipps zu Reisen, Gastronomie und Kultur sowie an den beliebten Gewinnspielen teilnehmen. Ob mit dem PC, Tablet oder Smartphone: Für alle Geräte werden die Informationen unter www.berliner-lokalnachrichten.de optimal wiedergegeben.

Wir hoffen, Sie halten uns die Treue.

Ihre Familie Gütte und das Team der Berliner Lokalnachrichten

Bildnachweis: Krokusse im Volkspark Friedrichshain gegenüber dem Redaktionsbüro; ©Oliver Numrich

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