Armutsgefährdung junger Berlinerinnen und Berliner steigt weiter

Armut , Jugendlichr, pixabay

Im Jahr 2017 waren in Berlin 31,8 Prozent und im Land Brandenburg 22,5 Prozent der 18- bis unter 25-Jährigen armutsgefährdet. Das teilt das Amt für Statistik BerlinBrandenburg nach Auswertung des Mikrozensus mit. Damit sind fast ein Drittel der Berlinerinnen und Berliner und ein Viertel der Brandenburgerinnen und Brandenburger im Ausbildungsalter armutsgefährdet.

In Berlin stieg die Quote bereits das vierte Jahr in Folge an. Für Personen im Rentenalter wuchs die Armutsgefährdungsquote in beiden Ländern. In Berlin bedeutet das bei den Älteren einen Anstieg innerhalb von vier Jahren von 6,7 Prozent auf 11,2 Prozent. In Brandenburg erhöhte sich die Armutsgefährdungsquote der Über-65-Jährigen im gleichen Zeitraum moderat, aber stetig von 8,2 Prozent auf 9,0 Prozent. Damit haben Personen im Rentenalter im Vergleich der dargestellten Altersgruppen in beiden Ländern zwar die niedrigsten Armutsgefährdungsquoten, der Anteil der Betroffenen wächst jedoch relativ stark. Die Armutsgefährdungsquote der Gesamtbevölkerung betrug 2017 in Berlin 17,4 Prozent und im Land Brandenburg 13,1 Prozent.
Während der Anteil der armutsgefährdeten Personen in Berlin in den letzten vier Jahren um mehr als drei Prozentpunkte angestiegen ist, sank die Quote für Brandenburg tendenziell. Für Berlin ist das ein Indikator für wachsende Einkommensungleichheit, in Brandenburg zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung. Die Berechnung basiert auf dem im jeweiligen Land erzielten mittleren verfügbaren bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Einkommen. Die Armutsgefährdungsschwelle, unterhalb derer Menschen als armutsgefährdet gelten, lag im Berichtsjahr 2017 für einen Ein-Personen-Haushalt in Berlin bei 967 EUR und im Land Brandenburg bei 959 EUR. Die Ergebnisse wurden auf Grundlage des Mikrozensus berechnet. Die Armutsgefährdungsquote bezeichnet den Anteil der Bevölkerung in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung, dessen bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen geringer als die Armutsgefährdungsschwelle ist. Die Armutsgefährdungsschwelle liegt bei 60 Prozent des bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Einkommens, das in der jeweiligen Region im Mittel erzielt wird. Ein umfangreiches Datenangebot der amtlichen Statistik zu Sozial- und Armutsindikatoren in Deutschland ist im Statistikportal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter www.amtliche-sozialberichterstattung.de abrufbar.

 

 

 (Artikelfoto: Armut, Foto:©pixabay.com,CC0 Creative Commons )

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