Brandenburger Rübenbauern und Beschäftigte der Südzucker protestieren gegen unfairen Wettbewerb

Bunte Zuckerbonbons - ©CC0 via Pixabay.com
Bunte Zuckerbonbons - ©CC0 via Pixabay.com

Rund 28.000 Rübenbauern und 5.000 Beschäftigte in der Zuckerwirtschaft gibt es in Deutschland. Sie gestalten den ländlichen Raum mit und tragen zur Versorgung Deutschlands mit guten Lebensmitteln bei. Doch ihre Existenz ist bedroht: Bei Protestkundgebungen unter anderem im südbrandenburgischen Brottewitz, wo Südzucker ein Werk stilllegen wird, demonstrieren Landwirte und Beschäftigte der Zuckerindustrie für faire Wettbewerbsbedingungen auf dem EU-Zuckermarkt. 

Grund für die schlechte Lage der Rübenanbauer in Deutschland sind die ungleichen Wettbewerbsbedingungen in der EU und damit verbundene erhebliche Wettbewerbsnachteile. So werden in 11 von 19 EU-Staaten Sonderprämien für den Anbau von Zuckerrüben gezahlt. Deutschland zählt nicht dazu. Zudem dürfen aufgrund von Notfallzulassungen in 13 von 19 EU-Staaten die seitens der EU im Pflanzenschutz verbotenen Neonicotinoide weiter eingesetzt werden. Auch hier zählt Deutschland nicht dazu.

Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker, begründet die Protestaktionen wie folgt: „Landwirte und Zuckerfabriken in Deutschland stehen mit dem Rücken zur Wand. Diese Krise ist politisch gemacht und kann auch nur politisch gelöst werden. Wir brauchen ein Fair Play auf dem Zuckermarkt. Das heißt: keine Sonderprämien für den Rübenanbau in der gesamten EU, keine Diskriminierung im Pflanzenschutz und Fairness auf dem Weltmarkt. Andernfalls ist nicht klar, ob es weiter Zucker aus heimischen Rüben geben wird.“

Es drohen Schließungen und Arbeitsplatzverluste

Ändert sich nichts an der Notlage der Zuckerwirtschaft, besteht die Gefahr, dass der Zuckerrübenanbau in Deutschland massiv eingeschränkt wird und weitere Zuckerfabriken von der Schließung bedroht sind. Gefährdet sind daher nicht nur die rund 28.000 Rübenanbauer und die über 5.000 Beschäftigten der Zuckerindustrie, sondern zudem über 45.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum, die der Zuckerwirtschaft vor- und nachgelagert sind – vom Spediteur bis zum Handwerker und Zulieferer.

„Es geht um ehrlichen Wettbewerb in Europa und international und ein sofortiges Ende der Benachteiligung deutscher Landwirte. Hier ist ein schnelles Handeln auf bundespolitischer Ebene unabdingbar. Die politischen Fehlentscheidungen müssen korrigiert und Wettbewerbsverzerrungen beseitigt werden, damit Landwirte und Zuckerfabriken in Deutschland wieder eine Zukunft für die Rübe sehen“, ergänzt Tissen.

Cover Broschüre "Faktencheck Zucker"
Cover Broschüre „Faktencheck Zucker“

Kampagne stellt Zuckerrübenbauern vor

Mit der Imagekampagne „Wir sind Zucker“ möchte Tissens Verband, auf die Menschen hinter dem Zucker hinzuweisen. Man lernt die Bauern, ihre Arbeitsweisen und die vielfältigen Herausforderungen kennen, denen sie sich stellen müssen.

Die Broschüre „Faktencheck Zucker“ kann kostenlos unter www.schmecktrichtig.de herunter geladen werden.

Bildnachweis: ©CC0 via pixabay.com

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