Gratis Wlan für alle?

Gratis Wlan fuer Alle

New York, Paris, Wien, Helsinki und sogar Macau (China) haben, was Berlin nicht hat: ein öffentliches, freies WLAN-Netz.

Zwar hat der Senat Ende 2014 erneut einen Versuch unternommen, Partner für das gratis Internet für alle zu finden. Die Bewerbungsfrist endete am 31. Januar 2015. Seitdem werden Fragesteller damit vertröstet, dass man die sieben Bewerbungen der möglichen Betreiber sichte (und das schon zwei Monate lang …).

Für alle, die gern gratis öffentlich im Netz surfen würden, heißt das weiterhin warten. Oder schlau sein und die bereits existierenden gratis WLAN-Hotspots nutzen. Ja, die gibt es – und zwar gar nicht so wenige.

Hier eine kleine Übersicht der Berliner Lokalnachrichten:

Das mittlerweile größte Netzwerk betreibt eine private Initiative, genannt Freifunk Berlin. An mehr als 300 Stellen kann man über die „Freifunker“ per Laptop oder Smartphone ins Internet. Die meisten davon sind in Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Zu verdanken ist das Aktivisten wie Monic Meisel. Die IT-Expertin hat die Initiative vor rund 15 Jahren mitbegründet. Aus gutem Grund: „Freier Internetzugang ist ein Grundrecht, Rechte auf Bildung, Information, freie Meinungsäußerung, etc. können dadurch gesichert und wahrgenommen werden“, so Meisel zu den Berliner Lokalnachrichten.

Nachsatz: „Unter frei verstehen wir öffentlich und anonym zugänglich, nicht kommerziell und unzensiert, im Besitz einer Gemeinschaft und dezentral organisiert.“

Das Freifunk-Netz basiert darauf, dass Menschen wie Sie und ich ihren privaten Internet-Zugang öffentlich zugänglich machen. Zum freien WLAN werden diese vielen, kleinen Zugänge mittels großer Antennen, die die Freifunker auf Dächern von hohen Gebäuden angebracht haben. Diese vernetzen die Signale. Der Clou: Die privaten IP-Adressen der Freifunk-Mitstreiter sind trotzdem sicher, sie werden über einen Umweg durch eine zentrale Adresse ersetzt. Das heißt, dass niemand wegen illegaler Downloads etc. belangt werden kann, die ein Freifunk-Nutzer über seinen Router getätigt hat. Wer Lust hat, selbst mitzumachen findet alle Infos unter www.berlin.freifunk.net

Auch kommerzielle Anbieter ermöglichen an vielen Orten Berlins freies WLAN, allerdings meistens zeitlich begrenzt auf 30 gratis-Minuten pro Tag und Gerät. Kabel Deutschland beispielsweise betreibt 90 solcher Zugänge. Sie scheinen als „KD WLAN Hotspot“ auf, wenn man die WLAN-Funktion auf dem Handy oder Laptop aktiviert. Wer‘s testen will: Hotspots gibt‘s etwa in der Kastanienallee, auf dem Potsdamer Platz und auch vorm Roten Rathaus.

Fürs Gratis-Surfen an Schlechtwettertagen empfiehlt sich hingegen ein Bibliotheksbesuch. Die meisten Büchereien bieten kostenfreies WLAN für alle, auch für jene, die keinen Bibliotheksausweis haben.

Wer viel mit Bahn oder S-Bahn unterwegs ist, sollte sich folgende Stationen notieren: Hauptbahnhof, Ostbahnhof, Südkreuz, Bahnhof Zoo, Gesundbrunnen, Charlottenburg, Lichtenberg, Spandau und Wannsee. An all diesen Bahnhöfen bietet die Deutsche Bahn in Kooperation mit der Telekom freien WLAN-Zugang.

(Anastasia Schmierer • Artikelfoto: Gratis Wlan für alle – frommer Wunsch oder bald Realität in Berlin  –
Foto: © StartupStockPhotos / pixabay.com / http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de

Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und drücken Sie dannStrg + Eingabetaste.

Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.

Anmelden