Neues vom Bahnhof Zoo

Vom Schmuddelkiez zur noblen Ecke? – Der Kiez um die Gedächtniskirche und den Bahnhof Zoo galt noch vor wenigen Jahren als eine der schmuddeligsten Ecken Berlins.

Dann kamen das Luxus-Hotel Waldorf Astoria, das hippe Einkaufszentrum im Bikini-Haus und der neue Zoo Palast (Kino). Nun wird wieder heftig gebaut. Diesmal im Fokus der Investoren: Das Beate-Uhse-Haus und der Bahnhof Zoo selbst.

Wer kürzlich am Zoo vorbei flanierte oder fuhr, dem dürfte es nicht entgangen sein: Das Beate-Uhse-Haus ist Vergangenheit (älteren Berlinern ist es auch als Aschinger-Haus bekannt, benannt nach einer Gaststätte, die allerdings schon lange nicht mehr existiert). Der Abriss des Gebäudes an der Joachimsthaler Straße macht den Weg frei für die Pläne des US-Investors Hines.

Dieser wollte eigentlich ein schickes Hochhaus neben den Bahnhof pappen. Der Plan scheiterte allerdings an Polit-Streitigkeiten, denn für seine Umsetzung hätte der Bebauungsplan für das Areal geändert werden müssen. Nach monatelangen Diskussionen war das dem US-Investor nun offensichtlich zu mühsam. Er baut sein 130-Millionen-Euro-Projekt jetzt einfach in abgespeckter Form, also ohne Turm und mit insgesamt nur sechs Stockwerken. Für den Entwurf des neuen Geschäftsgebäudes zeichnet das Architekturbüro Hascher Jehle verantwortlich. Fertig sein soll das Ganze bereits Ende 2016. Dann sollen auf den rund 9000 Quadratmetern Büros und Geschäfte einziehen. Welche, ist noch unklar. Verhandlungen gibt es jedenfalls mit der Fastfood-Kette „Burger King“, deren Filiale ja zuvor schon im jetzigen Abriss-Haus einquartiert war.

Ebenfalls gestemmt, gebohrt und gehämmert wird am Bahnhof Zoo selbst. Die DB modernisiert nicht nur das teils marode Erdgeschoss des Bahnhofs, sondern lässt nun auch endlich die Zooterrassen in neuem bzw. altem Glanz erstrahlen: Sie sollen wieder (fast) so aussehen wie das Original in den 1950ern, inklusive Freiluft-Terrasse. Dazu wird die mehr als hundert Meter lange Restaurant-Etage im ersten Obergeschoss komplett entkernt und zurückgebaut. Die Fertigstellung der Retro-Terrassen kündigt man für das Frühjahr 2016 an. Mit der Renovierung des Erdgeschosses (also der Bahnhofshalle) lässt sich die Bahn hingegen etwas länger Zeit. Bis Ende 2017 soll aber auch hier vieles neuer und schicker werden. Außerdem wird der Brandschutz verbessert. Insgesamt investiert die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag in den Bahnhof Zoo.

Sicherlich mit dem Ziel den einstigen Schandfleck nicht nur attraktiver für Bahnkunden, sondern auch für neue, gewerbliche Mieter zu machen.

Ob es dann vielleicht sogar Luxus-Shops direkt im Bahnhofskomplex geben wird, bleibt abzuwarten. Zwar steigt einschlägiges „Publikum“ gerne im noblen, neuen Waldorf Astoria Hotel ab, das vor zwei Jahren vis-a-vis des Bahnhofs eröffnete. Allerdings musste ein Luxus-Restaurant in gleicher Nähe zum Zoo – das „The Eats“ im Bikini-Haus – gerade dicht machen, nach nur zehn Monaten, wegen Insolvenz. Die Miete des Restaurants soll mehr als 50.000 Euro betragen haben – die Speisekarte war dementsprechend hochpreisig.

 

(Artikelfoto: Bahnhof Zoologischer Garten: Modernisierung der Zooterrassen nach historischem Vorbild 
Foto: © Deutsche Bahn AG/ 2014 DB Station und Service I.SBP)

 

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