31 Prozent der Beschäftigten in Berlin drohen Mini-Renten

Altes Paar, alte Menschen, spazieren durch die Natur, im Hintergrund sind Kühe zu sehen.
Altes Paar, alte Menschen, spazieren durch die Natur, im Hintergrund sind Kühe zu sehen. pixabay CC0

Droht Berlinern Altersarmut in einem größeren Ausmaß als bislang angenommen? Das befürchtet zumindest die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Rund 490.000 Arbeitnehmer in der Hauptstadt würden demnach nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach immerhin 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen. Das seien 31 Prozent aller Beschäftigten in Berlin. Unklar ist, ob die Gewerkschaft auch private Renten oder Betriebsrenten in die Analyse einbezogen hat.

Die Schwelle für „Alters-Hartz-IV“ liegt in der Stadt bei aktuell 801 Euro im Monat. Dabei sind insbesondere die Kosten fürs Wohnen berücksichtigt. Dies geht aus einer Renten-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Die Wissenschaftler aus Hannover haben dabei für die Gewerkschaft NGG amtliche Statistiken ausgewertet.

Geringverdiener könnten später von Rente kaum leben 

Demnach könnte die Zahl armutsgefährdeter Rentner in Berlin künftig steigen – nämlich dann, wenn die durchschnittliche Rente bis zum Jahr 2030 auf nur noch 43 Prozent des Einkommens abfallen sollte. Dann gäbe es mehr als 750.000 Menschen, die nach 45 Beitragsjahren bei einer Rente unterhalb der Grundsicherung landen, so das Pestel-Institut. Ein Gewerkschaftsvertreter spricht von „alarmierenden Zahlen“. Wer ein Leben lang gearbeitet habe, müsse später auch von seiner Rente leben können. Allerdings ist die individuelle Lebensplanung und -situation jedes Arbeitnehmers anders – nicht jeder möchte oder muss Vollzeit arbeiten, entsprechend niedriger fällt selbstverständlich die Rente aus, denn die Beitragszahler können schließlich nicht für die individuell unterschiedlichen Arbeitsleistungen der Versichertengemeinschaft haftbar gemacht werden. zur Rentengerechtigkeit gehört auch, dass diejenigen, die weniger einzahlen auch weniger bekommen.

In vielen Fällen wird durch den Partner, andere Einkünfte oder vorhandenes Vermögen keine Armut eintreten. Auch Selbständige versichern sich eher privat und nicht über die staatliche Rente, so dass sie in der Statistik ebenfalls eine Sonderrolle spielen: Sie bekommen zwar wenig staatliche Rente, sind aber dennoch nicht automatisch arm. 

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