Taiwan ausgeschlossen – Eine Lücke bei INTERPOL

Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh Repräsentant von Taiwan
Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh Repräsentant von Taiwan

Von Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh, Repräsentant von Taiwan in Deutschland

Vom 18. bis 21. November 2018 wird in Dubai die 87. Generalversammlung der internationalen kriminalpolizeilichen Organisation INTERPOL stattfinden. Die Polizeibehörde von Taiwan hofft, unter dem Namen „Chinese Taipei“ als Beobachter hierzu eingeladen zu werden, und bittet um Unterstützung für eine sinnvolle Partizipation Taiwans an der Arbeit von INTERPOL, insbesondere einen Zugang zu wichtigen Informationen von INTERPOL durch direkte Kanäle und Einbeziehung in verschiedene Schulungsprogramme. Leider hat INTERPOL sich dem chinesischen Druck gebeugt und Taiwans Antrag abgelehnt.

Wir bedauern sehr, dass unsere Bitte um eine Teilnahme Taiwans als Beobachter an der Generalversammlung von INTERPOL bereits abschlägig beschieden wurde. Diese Ablehnung erfolgt eindeutig aus politischen Gründen und steht damit im Widerspruch zu Artikel 3 der Statuten und allgemeinen Bestimmungen der IKPO-INTERPOL.

Im Jahr 2017 fand die Universiade in Taiwan statt. Um das Sicherheitsniveau zu erhöhen und zum Schutz vor Terroranschlägen präventiv zu handeln, hat Taiwan bei INTERPOL um direkten und wirksamen Austausch von sicherheitsrelevanten Informationen gebeten, was aber auch von INTERPOL abgelehnt wurde. In diesem Fall geht es tatsächlich nicht nur um das Wohl der Menschen in Taiwan, sondern auch die Sicherheit der jungen Sportler von Hochschulen aus der ganzen Welt. Deshalb ist diese Entscheidung der INTERPOL für uns überhaupt nicht nachvollziehbar und eine große Enttäuschung.

Angesichts der zunehmenden grenzüberschreitenden Kriminalität ist es unerlässlich, dass die Strafverfolgungsbehörden weltweit einen engen Kontakt pflegen und eine effiziente Zusammenarbeit etablieren. Damit INTERPOL ihre Hauptziele erreicht, wie z. B. eine möglichst umfassende gegenseitige Unterstützung aller kriminalpolizeilichen Behörden sicherzustellen und weiterzuentwickeln, muss Taiwan einbezogen werden.

Taiwan mit seiner strategischen Lage zwischen Nordost- und Südost-Asien ist die 22.-größte Volkswirtschaft und der 17.-größte Exporteur der Welt. Es leben gut 23 Millionen Menschen auf der Insel, mehr als in drei Viertel der Länder der Welt. Zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit in einer Welt, die sich immer größeren Herausforderungen durch Cyber-Kriminalität und Terrorismus gegenüber sieht, sollten die Strafverfolgungsbehörden weltweit auch mit Taiwan zusammenarbeiten, um diese Lücke bei der internationalen Zusammenarbeit gegen Terrorismus und Kriminalität zu schließen und gemeinsam eine sicherere Welt zu schaffen.

Wir hoffen, dass INTERPOL sich auf ihr respektvolles und fachliches Arbeitsziel besinnt und sich mutig der Verantwortung stellt, sich um die Sicherheit für alle Menschen in der Welt zu kümmern, wozu ohne Zweifel auch die Einwohner Taiwans gehören.

Mehr Informationen unter taiwanembassy.org.de

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