„UPPER WEST“ – Es ist fertig und doch ist es nicht fertig

Der markante Turm mit seiner weißen Fassade, das „Upper West“ am Breitscheidplatz in der City West ragt 118 Meter in die Höhe. Dagegen wirkt der in unmittelbarer Nachbarschaft in den Himmel ragende 71 Meter hohe Kirchturm der Gedächtniskirche eher wie ein Zwerg.

Er steht von nun an im Schatten des Riesen am Breitscheidplatz. Die ersten Mieter sind bereits in das Hochhaus eingezogen. Darunter die Hotelkette Motel One. Sie hatte bereits im April 18 der insgesamt 33 Etagen bezogen und bietet dort Touristen ein Bett in Mitten der Stadt. Doch nebenher laufen auf anderen Etagen die Ausbauarbeiten weiter. Es sind nicht alle Büroräume fertig, und auch ein Großteil der Einzelhandelsflächen muss noch für die künftigen Mieter hergerichtet werden.

Das eigentliche Highlight des West –Riesen soll eine „Skybar“ im 33. Stock werden. Im Rohbau ist sie 1000 Quadratmeter groß, die Decke sechs Meter hoch, bodenhohe Fenster ermöglichen einen Blick in alle Richtungen aus 110 Meter Höhe über der Stadt. Es wird jedoch noch eine Weile dauern, bis man sich dort einen coolen Drink und die grandiose Aussicht genießen kann.

Derzeit sei man mit drei potentiellen Interessenten im Gespräch, heißt es von Seiten des Vermieters des „Upper West“. Ziel ist es, in einem Jahr diesen Bereich auch für die Öffentlichkeit zu öffnen. Dann kann man von dort ganz oben gleich auf zwei gefragte Etablissements für ein beschwingtes Nachtleben in luftiger Höhe schauen. Zum einen auf das Puro – dass auf der andren Seite des Breitscheidplatzes im Europa Center in etwa 80 Meter Höhe seinen Sitz hat und auch auf das Dach des neben dem Bikini Haus gelegenen gläsernen Barbereiches auf dem Hotel 25 hours. Von dort gibt es einen einzigartigen Blick hinein in den Zoo.

Doch zurück zum „Upper West“. Es ist ein Haus der Haus der Superlative. 40.000 Kubikmeter Beton und 5000 Tonnen Stahl sind dort verbaut worden. Der Ausbau der 16 Meter tiefen Baugrube dauerte mehr als ein Jahr. Insgesamt 250 Millionen Euro hat der Bau nach Entwürfen des Architekten Christoph Langhoff verschlungen. Die Reinigung der strahlend weißen Fassade bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Sie dauert nach Angaben des Eigentümers etwa drei Monate, zweimal im Jahr wird das geschehen. Dafür steht ein Außenaufzug bereit, in den zwei Reinigungskräfte sich von Etage zu Etage von Fenster zu Fenster bewegen. Doch wen interessiert das. Das Gebäude ist inzwischen an den Immobilien-Investor RFR Holding verkauft, der Gruppe gehören auch Hochhäuser in New York. 40 Prozent der Einzelhandels und 80 Prozent der Büroflächen im Upper West seien bereits langfristig vermietet, teilten die Investoren mit.

Mit dem „Turm“ bekommt die City West einen architektonischen Hingucker und will so die Ost –City rund um den Alexanderplatz in der Gunst der Berliner und deren Gäste abhängen. Es scheint als sei hier ein offener Wettstreit zwischen den beiden und für die Hauptstadt einzigartige Zentren ausgebrochen. Während auf der einen Seite versucht wird mit Neubauten und aufwendigen Sanierungen (Bikini-Hus oder auch Zoo Palast, die City-West auf zu puschen lässt der für gesamt Berlin verantwortliche Senat beispielsweise das einstige Haus des Reisens oder auch das Haus der Statistik am Alexanderplatz verkommen. Zudem hat der Neubau des Alexa, eines weiteren Hotels am Bahnhof Alexanderplatz und die „Schießschartenarchitektur“ des Hotelneubau an der Otto Braun Straße nicht unbedingt zur Erhöhung der Attraktivität der City Ost beigetragen.

Text & Foto: Ettüg

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