Salz als Energiespeicher: Pilotanlage am Heizkraftwerk in Spandau nimmt Betrieb auf

Windenergie speichern: Vattenfall macht in Spandau Versuche mit Salz. Bildnachweis: CC0 via pixabay.com
Windenergie speichern: Vattenfall macht in Spandau Versuche mit Salz. Bildnachweis: CC0 via pixabay.com

Vattenfall erprobt am Heizkraftwerk Reuter in Spandau, die Speicherung von überschüssigem Strom aus Wind oder Sonne in Salz. Salz kann bis zu zehnmal mehr Energie aufnehmen als zum Beispiel Wasser und birgt damit großes Potenzial für die konsequente Umsetzung der Energiewende.

Der Clou bei der Technologie: Die besondere Nanobeschichtung, durch die das Salz tausende Male geladen und entladen werden kann, ohne seine Eigenschaften zu verlieren. Die so gespeicherte Energie lässt sich verlustfrei über Wochen oder Monate vorhalten, bis sie benötigt wird.

Im Maschinenhaus des Heizkraftwerks haben Vattenfall und das Partnerunternehmen SaltX Technology eine Pilotanlage mit einer Gesamtleistung von fünf Megawatt errichtet, mit der überprüft werden soll, ob sich die vielversprechenden Laborergebnisse auch unter industriellen Realbedingungen bestätigen. Heute Vormittag wurde sie offiziell in Betrieb genommen.

Bis 2030 wird Kohlenutzung in Berlin beendet

„Über die nächsten Monate werden wir entscheidende Daten sammeln, um zuverlässig beantworten zu können, ob und wie das Projekt im Realmaßstab Wirklichkeit werden kann“, sagt Markus Witt, Projektsponsor für den Salzspeicher bei der Vattenfall Wärme Berlin AG. „Eine Frage ist, wie große Mengen an Salz in einem entsprechenden Behälter effizient getrocknet werden können. Andere Überlegungen betreffen die Reaktionsgeschwindigkeit sowie die Kontrolle über den Prozess.“

„Der Energiesektor befindet sich seit Jahren im Wandel. Wir sehen weltweit einen immensen Bedarf an Energiespeichern. Deutschland ist eines der Länder, die in dieser Phase des Umbruchs die Führung übernehmen und neue Technologien erproben. Wir sind stolz darauf, dass wir Vattenfall als Partner gewinnen konnten und haben es uns zum Ziel gesetzt, den SaltX-Energiespeicher so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen”, erklärt Harald Bauer, CEO von SaltX Technology.

Der Testbetrieb läuft von jetzt an sechs Monate bis zum Herbst. Danach werden die erhobenen Daten ausgewertet. Ende des Jahres sollen die Ergebnisse final vorliegen.

Die Pilotanlage ist Teil der strategischen Neuausrichtung am Standort. Vattenfall wird im kommenden Jahr den Block C des Heizkraftwerks Reuter stilllegen und bis spätestens Ende 2030 in Berlin vollständig aus der Kohlenutzung aussteigen. Die Weiterentwicklung des Standorts ist ein Meilenstein zum Gelingen der Wärmewende in der Hauptstadt. Neben dem Salzspeicher entsteht hier gegenwärtig auch Europas größte Power-to-Heat-Anlage, die ebenfalls noch in diesem Jahr in Betrieb gehen und das Steinkohle-Heizkraftwerk Reuter C ersetzen wird.

Bildnachweis: CC0 via pixabay.com

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