Scholz‘ Grundsteuer wird teurer: Vor allem für Ostdeutsche

Luftaufnahme einer deutschen Stadt / CCO via pixabay.com
Luftaufnahme einer deutschen Stadt / CCO via pixabay.com

Wie teuer wird die Reform der Grundsteuer? Was bedeutet das Scholz-Modell für die Steuerzahler in Deutschland? Mit Blick auf den Referentenentwurf aus dem Bundesfinanzministerium hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) einige Beispielfälle ausgerechnet. Aus jedem Bundesland wurden dazu Fälle berechnet: Wie teuer könnte es werden, wenn die Grundsteuer-Hebesätze – rein theoretisch – unverändert blieben, und wie müssten die Kommunen ihre Hebesätze anpassen, damit die Grundsteuerbelastung gleich bliebe?

Doch dieser Forderung wird eine neue Grundsteuer auf Basis des aktuellen Referentenentwurfs wohl nicht gerecht. Denn die Berechnungen zeigen: Für einige Bürger könnte das Scholz-Modell zu deutlichen Mehrbelastungen führen. Vor allem die Grundsteuer für Häuser mit einem sehr niedrigen Einheitswert dürfte sich teils deutlich verteuern. Das betrifft insbesondere den Osten Deutschlands: Dort basieren die Einheitswerte älterer Immobilien auf Bewertungen aus dem Jahr 1935. Ein Extremfall kommt aber aus Rheinland-Pfalz. Eine Mehrbelastung von fast 700 Prozent für ein Einfamilienhaus in Mainz! Weitere Beispiele mit starkem Belastungsanstieg finden sich in Berlin-Neukölln, Brandenburg und Sachsen (siehe Tabelle unten).

Im Durchschnitt 70% mehr Grundsteuer

Bei den Beispielfällen gibt es auch Fälle, bei denen die Belastung leicht abnimmt. Doch insgesamt fallen im Durchschnitt rund 70 Prozent mehr Grundsteuer an! Der Bundesfinanzminister räumte die Kostensteigerung vorab bereits ein: Olaf Scholz setzt darauf, dass die Kommunen die Hebesätze anpassen. Wenn aber die Unterschiede innerhalb einer Stadt – wie beispielsweise in Berlin – so enorm sind, kann über die Anpassung des Hebesatzes keine Aufkommensneutralität für den einzelnen Steuerzahler erreicht werden.

Die Berechnungen zeigen, wie kompliziert die Ermittlung nach dem Scholz- Modell ist. Für die rund 36 Millionen Grundstücke in Deutschland hält der Bund der Steuerzahler ein einfaches Flächenmodell nach wie vor für die beste Lösung. Dabei wird lediglich die Wohn- und Grundstücksfläche mit einem Kostenfaktor multipliziert. Mieter und Eigentümer können sich daher die Grundsteuer für ihre Immobilie einfach selbst ausrechnen. Der tatsächliche Immobilienwert muss dafür nicht ermittelt werden. Steigt der Wert einer Immobile, bedeutet das nicht gleichzeitig einen Grundsteueranstieg. Die Steuerzahler sind daher vor heimlichen Steuererhöhungen geschützt.

Mehr Informationen unter www.steuerzahler.de

Grundsteuertabelle Juni 2019 / Quelle: Bund der Steuerzahler
Grundsteuertabelle Juni 2019 / Quelle: Bund der Steuerzahler

Bildnachweis: CC0 via pixabay.com / Tabelle: Bund der Steuerzahler

Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und drücken Sie dannStrg + Eingabetaste.

Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.

Anmelden