Wowi – und was dann?

Klaus Wowereit / SPD Presse

Mittlerweile dürfte es zu jedem durchgedrungen sein. Unser Wunder-Wuzzi-Bürgermeister wirft das Handtuch. Wird ja auch Zeit … so sicherlich der Gedanke so mancher, wenn nicht gar vieler Berliner. Doch was kommt dann? Und: Wieso darf das allein die SPD entscheiden?

Eine Betrachtung von Lisa Steiner

Während sich unser Noch-Bürgermeister im Zukunfts-Glitzer einer „Vielleicht-Olympiade“ in Berlin sonnt, braut sich im Hintergrund ein gewaltiges Unwetter zusammen. Das über uns bzw. die Stadtkasse hereinbrechen wird, wenn Herr Wowereit schon längst nicht mehr im Amt ist. Groß, die Gefahr, dass wir dann vergessen haben, wer daran (mit)schuld ist. Insofern kann man dem guten Klausi gratulieren, dass er – doch noch – „rechtzeitig“ abdankt. Man soll ja gehen, wenn es am schönsten ist.

Auslöffeln wird die Schuldensuppe jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit der, der den Bürgermeisterposten nach unserem schwulen Glamour-Stadtchef besetzt. Was da zur Wahl steht, wirkt (derzeit?) wenig glamourös. Parteivorsitzender Jan Stöß (41), Fraktionsvorsitzender Raed Saleh (37) oder Michael Müller (49).

Der erste ist zwar auch bekennender Homosexueller, Glam-Faktor hat er trotzdem so gut wie keinen. Der zweite kann nicht mal Berliner Schnauze, was wohl weniger an seinem Geburtsland (Westjordanland), als an seiner Sozialisierung liegen dürfte. Bei Migranten könnte er mit seinem Akzent jedenfalls für Sympathie sorgen. Wobei … auch nicht bei allen. Der dritte, Michael Müller, kann sich wenigsten zu Gute halten, dass er auch ein Leben abseits der Politik kennt. Hat er sich doch im Familienbetrieb (Drucker) abgemüht, ehe er in die Politik ging. Doch, mal ehrlich, so volksnah hat sich bislang keiner der drei zu verkaufen gewusst.

Wer sich fragt, wieso eigentlich die SPD-Basis bestimmen darf, wer Wowereits Nachfolger wird und es keine Neuwahlen gibt, dem sei erklärt: Rechtlich ist das alles äußerst korrekt. Denn bei der Wahl wurde nicht Klaus Wowereit, sondern die SPD gewählt. Die Stimmen sind ja nicht personenbezogen. Tja. Und so darf jetzt also auch die Partei den Nachfolgekandidaten aussuchen. Und der Koalitionspartner CDU wird dann wohl zustimmen. Könnte er zwar auch nicht, wäre aber mangels eigener strahlender Gegenkandidaten auch nicht so klug.

Und Neuwahlen? Einerseits ein schöner Gedanke, alles ganz neu aufzulegen. Andererseits: Wer zahlt denn dafür? Na … eh klar, wieder mal der Steuerzahler. Also wir Berliner. Dann lieber doch noch mal abwarten, wa? Schließlich werden uns einige von Wowis Projekten nicht nur temporär monetär belasten. Stichwort: BER, Stadtschloss usw…

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