Radfahrer leben in Berlin gefährlich

Unfallstatistiken belegen, dass Radfahren in der Hauptstadt gefährlich ist, doch oft ist es die schnellste Fortbewegungsart.

Um Stau im Berufsverkehr und überfüllte S- und U-Bahnen zu meiden und gleichzeitig etwas für die Fitness zu tun, nutzen viele Berliner regelmäßig das Fahrrad, etwa für den Arbeitsweg oder für Besorgungen. Autofahrer sind Radfahrern gegenüber oft unachtsam oder halten zu wenig Abstand. Die Ratfahrer verhalten sich wiederum gegenüber Autofahrern oft rücksichtslos. Nun soll ein Internetportal der Berliner Verkehrspolitik helfen, Brennpunkte zu erkennen und Unfallschwerpunkte sicherer zu machen. Ab dem 12. November sind die Radfahrer der Stadt aufgerufen, unter www.radsicherheit.berlin.de aktiv ihre Meinung zu möglichen Konfliktschwerpunkten zu äußern.

Mit dem Beteiligungsverfahren ist jede Berlinerin und jeder Berliner – egal ob Dauer- oder Freizeitradler – aufgefordert, Kreuzungen zu benennen, an denen es häufiger zu Konflikten beim Abbiegen kommt oder an denen sie sich durch abbiegende Fahrzeuge verunsichert fühlen.

Christian Gaebler, Staatssekretär bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: „Wir setzen auf ein breites öffentliches, web-basiertes Beteiligungsverfahren, um ein wichtiges Thema gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu bearbeiten – Abbiegeunfälle zwischen Kfz und Radfahrenden. Bürgerinnen und Bürger können und sollen mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen aus bekannten und zum Teil täglich mit dem Rad zurückgelegten Wegen in Berlin einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten. Wir freuen uns auf eine große Beteiligung der Berliner Radler!“

Eine stadtverträgliche, nachhaltige und sozial gerechte Mobilität zu ermöglichen und zu gestalten, ist das erklärte Ziel. Berliner Institutionen arbeiten seit Jahren auf unterschiedlichen Ebenen intensiv daran, die Unfallzahlen im Radverkehr zu senken, zum Beispiel durch die intensive Auswertung von Unfallstatistiken. Das Beteiligungsverfahren nimmt nun auch „Beinahe-Unfälle“ ernst, die sonst nicht in der Unfallstatistik erfasst werden. Den Radfahrenden wird nicht nur Gelegenheit zur Verortung von Kreuzungen gegeben, an denen sie sich durch Abbiegevorgänge von Kfz unsicher oder gar bedroht fühlen. Gefragt sind auch konkrete Vorschläge, wie die reale oder gefühlte Sicherheit aus ihrer Sicht erhöht werden könnte. Diese Nutzerbeiträge können durch andere Nutzer wiederum diskutiert, bewertet und priorisiert werden. Alle Beiträge sollen nach der aktiven Dialogphase Mitte Dezember 2013 zusammengefasst und ausgewertet werden. Bleibt zu hoffen, dass dann bauliche Maßnahmen und alternative Lösungen eine Verbesserung der Lage bringen.

(Foto: © Marco Richter – Fotolia.com)

Weitere Informationen: www.radsicherheit.berlin.de

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