Eine Seilbahn für Berlin Marzahn

Eine Seilbahn für Berlin Marzahn
Eine Seilbahn für Berlin Marzahn

2017 soll Berlin wieder eine Seilbahn haben. Pünktlich zur Internationalen Gartenbauausstellung (IGA), die in den Gärten der Welt in Marzahn stattfinden wird, soll das Millionenprojekt fertig sein.

Genau dorthin sollen die Gondeln wohl mehr Besucher locken. Anscheinend hat das IGA-Management ein wenig Bammel, dass der ungewöhnliche Ausstellungsort dem Zustrom abträglich sein könnte.

Nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn – wir erinnern uns: Die IGA war zuletzt 2012 groß in den Schlagzeilen, als die Stadt sie, trotz bereits geschlossener Verträge, ganz plötzlich vom Flughafen Tempelhof nach Marzahn verlegte – also vom Stadtzentrum an den äußersten Stadtrand.

Ohne den Bezirk jetzt beleidigen zu wollen, für so manch internationalen Besucher wird sich der Charme des Plattenbaus wohl nicht so ganz erschließen. Also muss eine Attraktion her. Und – voilà – hier ist sie: die Seilbahn. Die Pläne sehen vor, dass sie von der U5-Station Grottkauer Straße auf den Kienberg führt.  Finanzieren wird das Gondel-Projekt ein privater Investor. Der Finanzier soll noch diese Woche – leider nach Redaktionsschluss – der Öffentlichkeit präsentiert werden. (Wir werden Sie  selbstverständlich in unserer Online-Ausgabe www.berliner-lokalnachrichten.de auf dem Laufenden halten).

Was der Investor für Bau und Inbetriebnahme bezahlen muss, ist ebenfalls noch unbekannt. Man darf also gespannt sein und hoffen, denn schon mehrmals hat die Stadt bei großen Projekten stets gehypten Privatinvestoren vertraut – und ist damit nicht so gut gefahren. Man erinnere sich nur an das Riesenrad am Zoo. Ein RIESIGES Riesenrad hätte das werden sollen. Das schrumpfte dann allerdings irgendwie so lange, bis gar nichts davon übrig blieb.

Sollte es – was wir uns nicht wünschen – um das Seilbahnprojekt ähnlich bestellt sein, hätten wir allerdings schon eine gut erprobte Sparvariante auf Lager. Die Wiener Internationale Gartenschau ermöglichte ihren Besuchern die Adlerperspektive aufs Blumenmeer mittels Sessellift.  Allerdings war das 1964.

Was die IGA 2017 – außer der Seilbahn – noch verspricht:
Neben viel Natur, wie etwa einem „Gartenband“ vom Kienberg bis zum Wuhleteich, wird es natürlich ein Besucherzentrum geben. Es wird noch 2014 auf einer Fläche von 1700 Quadratmetern errichtet und soll auch nach der Gartenschau bestehen bleiben.Die Gärten der Welt werden um einen zehnten Themengarten erweitert: Nach Plänen des Büros Austin-Smith: Lord Architects aus Manchester entsteht ein Englischer Landschaftsgarten mit einem modernen „Cottage“ und einem „Pleasureground“, wie es seitens der Veranstalter heißt. Die Bauarbeiten laufen seit 2013, die Fertigstellung ist für dieses Jahr geplant.Die gesamte Parklandschaft in Marzahn soll dann als „Forum der Kulturen“ fungieren, dafür wird unter anderem eine Freilichtbühne mit  3.000 Plätzen gebaut – Platz für das üppige Zusatzprogramm mit Konzerten, Theater, Performances und sonstigen Aktionen.Und last but not least will die IGA auch die Schrebergärtner einbinden: So dürfen die ansässigen Kleingartenvereine, wenn sie denn wollen, Besuchern ihre privaten Parzellen öffnen und so auch Bestandteil der Schau werden.

(Artikelfoto/ Collage: © S.Guette)

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