Berliner Shopping-Center: Kriminalität nimmt zu

Das Gesundbrunnen-Centers findet sich auf Platz der 3 der Berliner Shopping Center mit den meisten Straftaten. Bildnachweis: CC0 via pixabay.com
Das Gesundbrunnen-Centers findet sich auf Platz der 3 der Berliner Shopping Center mit den meisten Straftaten. Bildnachweis: CC0 via pixabay.com

Die Shopping-Center mit der meisten polizeilich erfassten Straftaten sind die Spandauer Arcaden (1.368 Straftaten 2018), das Alexa (1.108), das Gesundbrunnen-Center (859), die Neukölln Arcaden (679) und Neuköllner Tor (666). Das hat eine Kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe ergeben. Die häufigsten Delikte sind Diebstähle, aber auch Körperverletzungen, Beleidigungen und Bedrohungen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Zahl der erfassten Bagatelldelikte eher sinkt, während die schweren Straftaten, insbesondere Sexual- und Gewaltdelikte vielerorts ansteigen“, kommentiert Innenpolitiker Luthe die Senatsantwort, Berlin sei leider nicht sicherer geworden. „Sicherheit ist staatliche Kernaufgabe, die in Berlin nach wie vor nicht erfüllt wird, weil dieser Senat Orchideenthemen wichtiger findet als den Schutz der Bürger“, so Luthe. Die zunehmende Überwachung durch Kameras in Einkaufscentern schaffe lediglich eine Illusion von Sicherheit, die Taten eher begünstigen statt sie zu verhindern. „Statt Kameras braucht es auch hier Menschen, die tatsächlich eingreifen können“, so Luthe, der Innensenator Andreas Geisel (SPD) vorwirft,  die Polizei für PR-Auftritte zu mißbrauchen und damit der Polizeiarbeit zu entziehen.

Die FDP im Abgeordnetenhaus fordert, dass die Berliner Polizei personell gestärkt und von polizeifremden Aufgaben entlastet werden muss. „Bereits 2017 hatten wir die Schaffung von 800 Stellen für Verwaltungsmitarbeiter bei der Polizei vorgesehen“, sagt Marcel Luthe, „damit die Vollzugsbeamten wieder frei sind für den eigentlichen Polizeidienst.“

Statistik enthält viele Ungenauigkeiten

Die statistische Erfassung durch die Polizei birgt allerdings einige Unschärfen: So sind nur Fälle enthalten, die der Polizei gemeldet wurden. Dadurch finden Delikte unterhalb einer Anzeigenschwelle ebenso wie aus Clanstreitigkeiten resultierende Gewalt keinen Eingang in die Übersicht. Dazu kommt ein Erfassungsfehler der Polizei, weil einige Shoppingmalls mit mehreren Anschriften hinterlegt werden, was zu einer Aufteilung von Delikten führen kann, die einem Ort zugeordnet werden müssten. Um eine Aussage über die relative Kriminalität je Einkaufscenter treffen zu können, müsste die Zahl der Straftaten mit der Größe des Centers respektive der Anzahl der jährlichen Besucher ins Verhältnis gesetzt werden.

Bildnachweise: CC0 via pixabay.com / FDP-Fraktion

 

 

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