Verschlafener Ausbau des Berliner ZOB am Messedamm

Der Ausbau des Berliner ZOB (Zentraler Omnibus Bahnhof) soll möglichst schnell nachgeholt werden denn die Zahl der Berlin-Besucher erreicht ständig neue Höchstwerte

Der Zentrale Omnibus Bahnhof am Messedamm hat bereits seit den letzten 10 Jahren gestiegene Besucherzahlen zu verzeichnen. Er bedient den gesamten Fernlinienbusverkehr von und nach Berlin und wird von zahlreichen Busunternehmen im Gelegenheits- und Ausflugsverkehr genutzt. Seit der Liberalisierung des nationalen Linienbusverkehrs zum Jahresbeginn, ist die Anzahl der Busreisenden allerdings nochmals explodiert. Unzählige neue Fernbusanbieter haben seitdem den Markt betreten, wodurch der 1966 erbaute ZOB von den anstürmenden Massen in die Knie gezwungen wird; zumal er seit der Inbetriebnahme vor über 40 Jahren nicht ein einziges Mal grunderneuert worden ist. Betrieben wird der ZOB von der Internationalen Omnibus Betreibergesellschaft mbH (IOB), welche zur BVG-Beteiligungsholding GmbH & CO. KG. gehört.

Der Berliner Omnibusbahnhof (ZOB) am Messedamm
Die Lage des Busbahnhofs in der Nähe des Messegeländes im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist dabei gar nicht schlecht. Es besteht eine sehr gute Anbindung zum Öffentlichen Nahverkehr und die kurze Distanz zur Messe ist gerade bei den Großveranstaltungen wie z. B. der Internationalen Grünen Woche (IGW), der Internationalen Tourismusbörse (ITB) oder der Internationalen Funkausstellung (IFA) goldwert.

Zwischenzeitlich war der Bau eines zweiten Busbahnhofs im Osten der Stadt im Gespräch, 2012 hat der Senat dann aber einem Modernisierungskonzept für den ZOB am Messedamm zugestimmt, das 2014 umgesetzt werden soll. Dabei sollen nicht nur die Anzahl der Haltestellen von 37 auf 49 ausgebaut werden, sondern auch die Infrastruktur wie Toiletten, Tickethäuschen etc. soll maßgeblich verbessert werden. Für Ausbau und Modernisierung stehen 3,9 Millionen Euro vom Land zur Verfügung. Das Ziel ist die Zahl der Busse die jährlich am ZOB verkehren von 65.000 auf 106.000 zu erhöhen.

Die Liberalisierung des Fernbusverkehrs ist aber nur ein Teil der Rechnung. Zwei weitere Faktoren sind außerdem entscheidend für die Überlastung des Busbahnhofs. Kaum eine Stadt in Europa hat eine so hohe Fluktuation wie Berlin. Nur ungefähr ein Viertel der in Berlin lebenden Menschen sind in der Stadt geboren worden. Die vielen Studenten und jungen Berufstätigen die nach Berlin ziehen, pendeln viel, meist Strecken zwischen 100-400km und sind preisbewusst bei der Wahl ihrer Transportmittel: Die perfekte Zielgruppe für Fernbusunternehmen. Gerade an Feiertagen und langen Wochenenden steigt der Pendlerstrom an. Gleichzeitig steigt zu dieser Zeit aber auch die Zahl der Berlin Besucher – nach der Öffnung des Fernbusverkehrs und den zugezogenen Pendlern, sind die Berlin-Besucher der dritte Faktor in der Rechnung.

Berlin war schon immer eine besondere Stadt mit internationaler Reputation. In den letzten Jahren hat die Beliebtheit Berlins allerdings ein neues und vor allem anhaltendes Level erreicht. Die günstigen Preise und immer besser werdende Infrastruktur im Transportsektor tragen ihr übriges bei. 2012 war ein Rekordjahr für den Berliner Tourismus. Im Schnitt hielten sich 500.000 Besucher pro Tag in der Hauptstadt auf, und die Zahlen werden in den nächtsten Jahren weiter steigen.

Somit ist der Ausbau des Berliner Busbahnhofs mehr als überfällig. Während der mehrere Monate dauernden Ausbauarbeiten wird sich die Situation allerdings noch verschlimmern, bevor dann der fertige ZOB hoffentlich für eine Besserung der Lage sorgt.

 

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