ZILLEMuseum im neuen Outfit

Pünktlich zum 159. Geburtstag von Heinrich Zille wurde das Berliner ZILLEMuseum im Nikolai Viertel wiedereröffnet. Träger des ausschließlich privat finanzierten Museums ist der neu gegründeteunter Vorsitz des Schauspielers und Zille-Darstellers Walter Plathe.

Vorsitzender „Heinrich Zille - Freundeskreis e.V." Walter Plathe auf der Neueröffnungsfeier des Zillemuseums (l)
Vorsitzender „Heinrich Zille – Freundeskreis e.V.“ Walter Plathe auf der Neueröffnungsfeier des Zillemuseums (l)

Der Heinrich Zille-Freundeskreis e.V. sieht sich in der Tradition des 2002 gegründeten Museums, dem einzigen Ort in der Stadt, der an Berlins 80. Ehrenbürger – den Grafiker, Zeichner und Fotografen Heinrich Rudolf Zille (10.01.1958 bis 09.08.1929) – umfassend erinnert.

Die Wiedereröffnung erfolgt in renovierten Räumen mit neuem Konzept. Besucherorientiertes Denken steht dabei im Vordergrund. Auf der rund 250 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche werden Zeichnungen, Grafiken und Fotografien aus Heinrich Zilles Schaffen sowie biografische Dokumente gezeigt. Begleitend veranschaulicht ein Film das „Berliner Milljöh“ zu Zilles Lebzeiten. Das neue ZILLEMuseum sieht seine vornehmliche Aufgabe darin, einen bedeutenden Teil des kulturellen Erbes Berlins lebendig zu bewahren. Das Museum ist eine Stätte der Begegnung mit einem der bekanntesten Künstler Berlins. Gleichzeitig war Zille ein engagierter Chronist der Großstadt und ihrer sozialen Probleme, die er ungeschminkt, sozialkritisch, aber stets voller Aufmerksamkeit und Mitgefühl für die Verlierer und Verlorenen der Gesellschaft wiedergab.

sc_ Zillemuseum 4Wechselnde Sonderausstellungen zeigen die enorme Vielfalt des Künstlers. Neben der ständigen Ausstellung zum Leben und Werk von Heinrich Zille ist die Sonderausstellung „Berliner Jören“ mit Exponaten des Meisters zu den von ihm so authentisch dargestellten Kindern des Berliner „Milljöhs“ um 1900 zu sehen. „Vater Zille“ war Patenonkel zahlloser Berliner Kinder. Er zeichnete „seine Kleenen“ ungeschönt, schmutzig, zerlumpt und oft mit blutiger oder laufender „Neese“. Seinen geliebten „Jören“ widmete er den 1908 erschienenen Bildband „Zille. Kinder der Straße“ sowie im Rahmen der Reihe Künstlerhefte die „Berliner Rangen“, ebenfalls 1908 erschienen.
Mit seinen Zeichnungen – teils Studien und Skizzen beobachteten Lebens von herausragender Qualität – teils pointiert-karikierende Blätter von großem Einfühlungsvermögen in das „Milljöh“ und dessen Spezifik – hat Zille über Jahrzehnte identitätsstiftend für Berlin gewirkt. Zilles so gewonnener Ruhm ist noch heute legendär – sein Werk ein bedeutender Teil der Berliner sowie der deutschen Kunst- und Kulturgeschichte! Ebenso beeindruckend, wenn auch weniger bekannt, ist Zilles großartige Leistung als Fotograf. Seine zwischen 1890 und 1910 in Berlin aufgenommenen Fotografien zählen heute zu den bahnbrechenden Leistungen der internationalen fotografischen Moderne. Zille verwendete sie als Vorlagen für die genaue Darstellung der Figuren und Handlungsräume in seinen Zeichnungen und Grafiken. Dabei waren sie mit ihren ungewöhnlichen Blicken und der direkten Erfassung der Motive des Alltags und der Lebensbedingungen der Menschen ihrer Zeit weit voraus.

sc_ Zillemuseum PlakatGewinnspiel: Wir verlosen 2 x 3 Freikarten. Um zu gewinnen, senden Sie uns bitte unter dem Kennwort Zillemuseum die Antwort auf die Frage: Wann lebte Heinrich Zille? Die richtige Antwort senden Sie bitte per Mail  an gewinnen@berliner-lokalnachrichten.de. Einsendeschluss ist der 08. Februar 2017.
Der Rechtsweg und die Barauszahlung sind ausgeschlossen. Die personenbezogenen Daten der Teilnehmer werden ausschließlich zur Durchführung des Gewinnspiels verwendet.

 

 (Artikelfoto.:ZILLEMuseum im neuen Outfit,  Fotos:© Zillemuseum Berlin)

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