Kolumne von David Eckel: Auf die Saison ist Verlass

Burrata im "Schwein"
Burrata im "Schwein"

Es fühlt sich bei diesem grauen Himmel vielleicht nicht so an, aber es ist tatsächlich Mai und somit auch Zeit für einige saisonale Köstlichkeiten: Endlich sind Erdbeeren, Waldmeister, Spargel und Rhabarber reif und bereit genossen zu werden.

Spargel-Gericht mit mediterranem Twist

Vor allem dem Spargel gebührt mindestens ein Platz auf der Speisekarte, das weiß auch die „Kartoffelkiste“ im Europa-Center an der Tauentzienstraße. Hier erwartet die Gäste nicht nur eine klassische Spargelsuppe, sondern eine ganze Reihe an raffinierten Kombinationen mit den zarten Trieben aus Beelitz: insgesamt neun Gerichte widmen sich dem leider immer viel zu kurzen Spargelvergnügen. Inmitten der City West, am trubeligen Ku’damm kommt zum Spargel ein bodenständiger Landschinken, Wiener Schnitzel, argentinisches Rind oder auch gegrillter Lachs auf den Teller.

Zudem wird das weiße Gold in der urigen „Kartoffelkiste“ mit einem kulinarischen Twist serviert, denn zusammen mit den hausgemachten Gnocchi, getrockneten Tomaten und einem Mix aus weißen und grünen Stangen wird es gleich etwas mediterraner. Wer geschmacklich nicht gleich nach Italien reisen möchte, sondern einfach in den Süden Deutschlands, für den könnte der Flammkuchen mit Spargel und Lachs eine willkommene und leichte Alternative sein. Sollte nach der Hauptspeise tatsächlich noch etwas Platz im Magen übrig sein, könnte dieser mit der roten Grütze und dem Tahiti-Vanilleeis aus der alten Backstube Zehlendorf gefüllt werden.

Fine Dining im „Schwein“

Ein Stück weiter den Ku’damm hinab, in der Mommsenstraße wird im „Schwein“ hingegen edles Fine Dining gelebt und serviert. So wird der frische Zander als Vorspeise mit Buttermilch, pikantem Meerrettich und fruchtiger Blutorange serviert. Edel und experimentell geht es auch mit Burrata weiter, der im „Schwein“ zusammen mit Kimchi, Algen und Koriander angerichtet. Nicht weniger außergewöhnlich kommen die Hauptspeisen daher.

Die einzelnen Komponenten scheinen zwar bekannt und bewährt, ihre Zusammenstellung verleiht jedem Gericht jedoch einen unerwarteten und einmaligen Geschmack wie es auch bei der Kalbsschulter mit Spinat, Miso und Pilzen der Fall ist. Als Begleitung zu den Speisen empfiehlt sich die Wahl eines Weines aus dem Sortiment von insgesamt 365 verschiedenen Flaschen – für jeden Tag des Jahres ein anderer. Bei so einer Fülle an edlen Tropfen steht der hauseigene Sommelier den Gästen für die richtige Entscheidung verlässlich zur Seite.

Den süßen Abschluss bilden die Desserts der Karte, zum einen gibt es den Strudel begleitet von Apfel, Mandel und Vanille oder ein überraschendes Zusammenspiel aus Joghurt mit Kokosnuss, Paprika und Curry, das sich als eine fabelhafte Süßspeise entpuppt. Berlin mag ja für seine ausgefallene Food-Szene bekannt sein, aber das sich hinter einem so simplen Restaurantnamen wie dem „Schwein“ eine so innovative Küche verbirgt, überrascht auch gestandene Foodies.

Ihr David Eckel

Bildnachweis: ©“Schwein“ / EckelPR

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