Bargeldloses Bezahlen in Berlin

Bargeldlos bezahlen im Restaurant ist ein Glücksspiel... Bildnachweis: CC0 via pixabay.com
Bargeldlos bezahlen im Restaurant ist ein Glücksspiel... Bildnachweis: CC0 via pixabay.com

Berlin ist hipp, modern, elegant und eine Weltstadt. So ist es immer wieder in den Medien zu lesen. Doch in den letzten Jahren mehrten sich auch die Beschwerden, dass Berlin rückständig sei. Vor allem beim bargeldlosen Bezahlen hing Berlin jahrelang der ohnehin verschlafenen Republik hinterher. Doch wie hat sich die Situation in den letzten Jahren verändert und wo ist bargeldloses Bezahlen in Berlin möglich? Wir haben einen Blick hinter die Kulissen der Großstadt geworfen.

Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich

Wer Deutschland in Richtung Norden verlässt, wird sich schnell wie in einer anderen Welt vorkommen. In den skandinavischen Ländern ist das Bezahlen mit Bargeld zu einer echten Rarität geworden. Egal ob Sie Einkaufen gehen, in einem Restaurant speisen oder einfach nur an einem Imbiss-Stand ein Glas Bier kaufen, bezahlt werden kann immer mit Karte oder dem Smartphone. Viele Läden nehmen überhaupt kein Bargeld mehr an, da dies den Aufwand für die Besitzer nur vergrößern würde. Wer nach einem solchen Urlaub zurück ins heimische Berlin kommt, erlebt häufig einen Kulturschock.

Bargeldlos Zahlen in Berlin – ein Glücksspiel

Ein Raunen ging durch Berlin, als vor einiger Zeit die Kreditkartengebühr in Taxen vom Senat abgeschafft wurde. So sollte das bargeldlose Bezahlen im Taxi für den Kunden attraktiver gestaltet werden. Doch wer heute in Berlin in ein Taxi einsteigt, weiß leider nie, ob diese Art der Zahlung überhaupt möglich ist. Man kann sich nicht einfach in den Sitz sinken lassen und das Ziel ansagen, die erste und oftmals bange Frage ist die nach der Bezahlvariante. Wer ganz ohne Bargeld durch Berlin fahren möchte, braucht häufig die notwendige Ausdauer, um mehrere Taxen zu finden und zu prüfen, ehe die Fahrt überhaupt beginnen kann. Da ist es tatsächlich schneller die U-Bahn oder andere öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Natürlich sind mobile Verkehrsmittel wie Taxen ein besonderes Phänomen, da hier ja mobile Kartenlesegeräte zum Einsatz kommen müssen. Wie sieht es also in der Berliner Gastronomie aus? Denn hier kann sich in den letzten Jahren doch einiges verändert haben.

Die Gastro-Szene als Vorreiter

Und tatsächlich gibt es deutliche Veränderungen. Vor allem die hippen Bereiche der Gastronomie in Berlin haben sich zum größten Teil dem bargeldlosen Bezahlen verschrieben. So gibt es mittlerweile einige Cafés und Restaurants, welche sogar Bargeld vollständig ablehnen und nur noch Kartenzahlungen akzeptieren. Denn diese Gastronomen haben erkannt, dass mit dem Wegfall des Bargelds auch ein erheblicher Aufwand entfällt. Die Abrechnungen müssen nicht kontrolliert und kein Wechselgeld mehr vorgehalten werden. Auch die Gebühren der Banken bei der Einzahlung von Geld und beim Bezug von Wechselgeld entfallen vollkommen. Für die Gastronomen natürlich von Vorteil. Für die Angestellten oftmals leider weniger, da das Trinkgeld bei Kartenzahlungen oftmals eher mau ausfällt.

Die meisten Gastronomen in Berlin erlauben alle Bezahlvarianten

In rund 90 Prozent aller Gastronomiebetriebe in Berlin können Kunden also mittlerweile sowohl bar als auch mit Karte zahlen. Das ist eine positive Entwicklung, hat der Anteil im Jahr 2017 doch erst bei 72,7 Prozent gelegen. Doch diese Zahlen betreffen vor allem Cafés, Bars und Restaurants. Die vielen Imbisse in der Stadt sind in dieser Statistik nicht enthalten. Wie schaut es denn dort aus? Kann man in Berlin die berühmte Currywurst oder einen Döner essen, ohne dabei auf Bargeld zurückgreifen zu müssen?

Den Döner mit Karte zahlen – möglich, aber schwierig

Was beim Versuch sofort auffällt: Die Selbstverständlichkeit des bargeldlosen Bezahlens ist in Berlin noch immer nicht angekommen. Wo in Kopenhagen beinahe automatisch die Kreditkarte gezückt wird, steht in Berlin vor der eigentlichen Bestellung erst einmal die Frage nach den Bezahlmöglichkeiten. Erstaunlicherweise gibt es allerdings immer mehr Läden, die eine Kartenzahlung zumindest auf dem Papier anbieten. Ob das Kartenlesegerät allerdings geladen und funktionstüchtig ist, steht leider immer noch auf einem anderen Blatt. Es kann durchaus passieren, dass erst beim Bezahlversuch festgestellt wird, dass es leider einen Fehler im Gerät gibt oder dieses aktuell mal wieder nicht geladen ist. Wer dann kein Bargeld in der Tasche hat oder es sich von einem Freund leihen kann, muss mit knurrendem Magen von Dannen ziehen.

Die aufstrebende Berliner Fintech-Szene

Ein Grund für die immer stärkere Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungsarten ist die in Berlin ansässige Fintech-Szene, die sich immer stärker vergrößert und in ihren Leistungen diversifiziert. Neben Banken wie der bekannten N26 sind auch kleinere Startups wie das Unternehmen Kredu für diese Akzeptanz mit verantwortlich. Mit Kredupay erhalten die Kunden beispielsweise ihren Kredit nicht auf das Girokonto, sondern direkt in wenigen Minuten auf die virtuelle Kreditkarte gebucht und können mit diesem Guthaben weltweit bezahlen. Somit ist das bargeldlose Zahlen in Berlin noch einfacher, da für kleinere Aufwendungen die virtuelle Kreditkarte die notwendige Flexibilität mit sich bringt.

Bargeldloses Bezahlen in Berlin: Ein Fazit

Insgesamt zeigt sich ein deutlich positiver Trend für unsere Bundeshauptstadt. War Berlin über lange Jahre in diesem Bereich das Schlusslicht Deutschlands, hat sich das Bild in den letzten Jahren deutlich verschoben. Immer mehr kleine Anbieter nehmen die Kartenzahlung mit in ihr Programm auf und erlauben unter anderem auch das kontaktlose Zahlen oder die Zahlung durch Apps. Begründet ist dies nicht nur in der höheren Nachfrage durch die vielen internationalen Touristen, sondern auch durch die Senkung der Gebühren für die Kartenzahlungen. So haben die Kreditkartenunternehmen die Gebühren in den letzten Jahren deutlich reduziert und somit stark zur Verbreitung der Kartenzahlung beigetragen.

Es mag zwar noch einige Jahre dauern, doch dann wird es in Berlin problemlos möglich sein, auch beim mobilen Grillwalker auf dem Alexanderplatz die Wurst bequem mit der Karte oder dem Smartphone zu bezahlen.

Bildnachweis: CC0 via pixabay.com

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