Lebenshaltungskosten: Berlin ist als Weltstadt gut aufgestellt

Wie teuer ist das Leben in Deutschlands Hauptstadt Berlin? Um das herauszufinden, gibt es die so genannten Lebenshaltungskosten. Das ist ein statistischer Wert, der sich aus den durchschnittlichen Ausgaben zum Beispiel für Wohnen, Essen, Bekleidung, Bildung und Kultur zusammensetzt.

Etwa ein Viertel des Einkommens, so Statistiker, geben Deutsche für die Miete aus. Für das Essen verwenden sie knapp 28 Prozent Ihres Einkommens. In Berlin ist das nicht anders. Dennoch gehört die Hauptstadt zu den günstigen Städten. Den kompletten Vergleich in Zahlen und Faken findet man hier bei Vexcash.

Berlin mit moderaten Lebenshaltungskosten
In Deutschland verdienen Arbeitnehmer im Durchschnitt 1.768 Euro netto im Monat. Die Ausgaben für Leben und Konsum liegen bei durchschnittlich 1.591 Euro im Monat. Die Hauptstadt der Bundesrepublik liegt bei den Nettoeinnahmen mit 1.799 Euro monatlich knapp über dem Schnitt. Mit den monatlichen Ausgaben von 1.582 Euro sogar knapp darunter. Zum Vergleich: In Frankfurt am Main, der teuersten Stadt des Landes kostet das Leben im Monat im Schnitt 2.150 Euro. Dafür verdient ein Arbeitnehmer hier auch netto deutlich mehr, nämlich 2,352 Euro.

Auch im internationalen Vergleich gehört Berlin eher zu den preiswerten Metropolen. 2016 war Hongkong im Ranking der teuersten Städte Spitzenreiter. Bei den Hauptstädten der Welt lag Tokio auf Platz 1. Immerhin nimmt die japanische Hauptstadt noch Platz 5 der teuersten Weltstädte ein. Für deutsche Städte ergibt sich folgendes Ranking:
Platz 77 international: München
Platz 88 international: Frankfurt am Main
Platz 100 international: Berlin
Für internationale Studenten sind die Lebenshaltungskosten in der deutschen Metropole sogar weltweit am günstigsten. Einer Studie des internationalen Immobilien-Dienstleistungsunternehmens Savills zufolge müssen Studenten in der Hauptstadt Berlin im Monat rund 1.000 Dollar, das sind umgerechnet 902 Euro, für Wohnen, Essen, Kleidung sowie sonstiges ausgeben. Dabei halten sich die Kosten für die Miete und die sonstigen Lebenshaltungskosten die Waage.

Kosten für Energie machen das Leben preiswert
Die moderaten Lebenshaltungskosten verdankt Berlin den (noch) günstigen Preisen für Energie. Zwar drücken auch in anderen Städten Deutschlands und der Welt günstige Energiekosten die Preise. In Deutschlands Hauptstadt, die schon immer zu den eher „billigen“ Städten gehörte, schlägt der Energiepreis besonders durch.
So waren im Jahr 2016 Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe durchschnittlich 5,4 % niedriger als noch im Jahr davor. Am kräftigsten gingen im Jahr 2016 die Preise für das leichte Heizöl zurück. Sie sanken um 17 %. Deutlich weniger kostete 1016 Benzin und andere Kraftstoffe. Hier sank der Preis um 7,3 %. Dafür stiegen im Jahr 2016 die Strompreise in der Hauptstadt wieder an. erneut deutlich günstiger als im Vorjahr. Die Teuerung lag, auf das Jahr gerechnet, bei 0,6 Prozent. Das ist noch keine hoher Anstieg, zeigt aber, dass die Reise auch wieder nach oben gehen kann.

Kosten für das Leben steigen wieder
Das zeigt auch die Entwicklung der Mietpreise in Berlin. Die Mieten kennen, wie überall in Deutschland, offensichtlich nur einen Weg. Und der führt nach oben. Im Jahr 2011 kostete das Wohnen in einer 60 Quadratmeter großen Wohnung warm im Durchschnitt noch 6,17 Euro pro Quadratmeter pro Quadratzentimeter. Im Jahr 2015 waren es dann bereits 10,08 Euro und im Jahr 2016 durchschnittlich 10,33 Euro.
Lebensmittel verzeichneten im Jahr 2016 ebenfalls eine deutliche Verteuerung. Für Gemüse musste der Durchschnitts-Berliner bereits 3,7 % mehr Geld ausgeben. Obst wurde für ihn um 3,6 % Prozent teurer. Außerdem stiegen die Preise bei:
Fisch und Fischwaren: plus 3,3 %
Brot und Backwaren: plus 0,6 %
Fleisch und Fleischwaren: plus
Zeitungen und Zeitschriften: plus 4,2 %
Tabakwaren: plus 3,6 5 %
Günstiger als im Vorjahr waren die Preise für Eier. Hier sank der Preis um 8 Prozent. Auch Molkereiprodukte waren, verglichen mit dem Vorjahr, um 4,4 % günstiger.

Noch lässt es sich also günstig in der Hauptstadt leben. Eine Garantie für die Zukunft ist das nicht. Denn steigende Mieten treffen die Berliner hart. Wenn auch die Preise für Energie und Öl wieder steigen, dürfte sich das auch auf die Lebenshaltungskosten auswirken. Kleiner Trost: Die Hauptstadt bleibt im Vergleich zu anderen Metropolen immer etwas günstiger. Daran wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern.

(Artikelfoto: Berlin Hotel Alexanderplatz,  Foto: www.pixabay.com, CC0 Public Domain)

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