Berliner Trainingsgruppe macht Sport mit und fürs Herz

Dr. Ali Askari misst den Puls in der Sporthalle. © Mario Ziegler
Dr. Ali Askari misst den Puls in der Sporthalle. © Mario Ziegler

Hoher Puls, ein Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit selbst bei geringer Belastung – typische Symptome für eine Herzkrankheit. Viele Betroffene schonen sich deshalb lieber. Doch Sport ist bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders wichtig. Eine Herzsportgruppe aus Berlin trainiert einmal wöchentlich gegen die nachlassende Lebensqualität und für ein starkes Herz.

Herzkrankheiten bergen hohes Risiko

Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems zählen in Deutschland zu den Haupttodesursachen: Bei der koronaren Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern ist das Risiko besonders hoch. Die Krankheiten sind tückisch. Herzinsuffizienz etwa verläuft schleichend: Betroffene sind schnell außer Atem, erschöpft und müde, bemerken Wassereinlagerungen an den Füßen. Viele nehmen diese ersten Anzeichen nicht ernst. Dabei führt Herzinsuffizienz unbehandelt zum frühzeitigen Tod. Mit Medikamenten und einem gesunden Lebensstil lässt sich die Krankheit aufhalten.

Kursleiterin Gabriele Strohwisch zeigt die Ballübungen. © Mario Ziegler
Kursleiterin Gabriele Strohwisch zeigt die Ballübungen. © Mario Ziegler

Mit Bewegung gegen Herzschwäche und Co

Was ebenfalls hilft: regelmäßige Bewegung. Das weiß auch die Herzsportgruppe in der Turnhalle des Sportvereins SF Kladow. Bis zu 20 Teilnehmer treffen sich jeden Dienstag in Spandau. Heute sind es zwölf Männer und drei Frauen. Seit zehn Jahren immer mit dabei: Übungsleiterin Gabriele Strönisch und Dr. Ali Askari – ein Arzt ist Pflicht bei einer Herzsportgruppe.

Nachdem sich alle umgezogen haben, misst der Sportmediziner bei den Teilnehmern den Blutdruck. Ist der zu hoch, folgt der Hinweis, aufzupassen und auf den Körper zu hören.

Den Puls immer im Blick

Bevor es mit den ersten Übungen losgeht, tasten die Herzsportler ihren Puls. Ihren Wert müssen sich alle merken – im Laufe der 90-minütigen Sporteinheit wird er immer wieder überprüft. „Der Puls sollte 120 Schläge pro Minute nicht überschreiten und auch nicht mehr als 30 Schläge pro Minute vom Ausgangspuls abweichen“, erklärt Dr. Askari. „Das klingt nicht besonders hoch, aber alle Teilnehmer dieser Gruppe nehmen ja Medikamente, die den Puls niedrig halten, um das Herz zu schonen.“

Abwechslungsreiches Sportprogramm ohne Überanstrengung

Die Übungen heute absolvieren alle mit einem Ball. „Wir trainieren in jeder Übungseinheit Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit“, sagt die Übungsleiterin. „Je nach Belastbarkeit machen wir gymnastische Übungen sowie Elemente zur Körperwahrnehmung.“ Wichtig für die Teilnehmer: Es geht nicht um Höchstleistungen, sondern darum, sich und seinen Körper besser kennenzulernen und seine Grenzen einschätzen zu können.

Einige der 72- bis 85-Jährigen geraten während des Trainings richtig ins Schwitzen. Deshalb steht am Ende jeder Einheit das Cool-down an: Der Puls soll sich langsam senken, die Körpertemperatur normalisieren. Schließlich ziehen sich alle wieder um – sie fühlen sich wohl und gehen mit einem guten Gefühl nach Hause.

Bildnachweis: ©Mario Ziegler

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