Herbstzeit: Vorsicht vor Blasenentzündungen

„Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder, und der Herbst beginnt. Rote Blätter fallen, graue Nebel wallen, kühler weht der Wind.“ Es ist eindeutig, der Herbst hat die Hauptstadt erreicht. So romantisch das bekannte Volkslied den Beginn der dunklen Jahreszeit besingt – der Herbst ist die Hochzeit der Erkältungskrankheiten. Neben den klassischen viralen Infekten, die Husten und Schnupfen mit sich bringen, ist jetzt vor allem auch die Zystitis (Blasenentzündung) wieder auf dem Vormarsch. Von ihr betroffen sind überwiegend Frauen jeden Alters. Männer werden im Allgemeinen erst im höheren Alter zu Risikopatienten, vor allem, wenn sie mit Prostataproblemen zu kämpfen haben.

Aber was ist eigentlich dran an dem Mythos, dass Kälte die Entstehung von Blasenentzündungen begünstigt? Und wie kann man sich am besten vor einer Infektion schützen?

Ursachen einer Blasenentzündung im Überblick

Eine Zystitis wird nicht wie ein grippaler Infekt durch Viren ausgelöst, die sich per Tröpfcheninfektion verbreiten, sondern ist meistens bakteriellen Ursprungs. Deutlich seltener können auch eine Pilzinfektion, Parasiten oder Viren für eine Blasenentzündung verantwortlich sein. Eine Ansteckung mit dem häufigsten Erreger, den sogenannten E.-coli-Bakterien (Escherichia coli), geschieht meist durch Autoinfektion. Die E.-coli-Bakterien besiedeln natürlicherweise den menschlichen Darm. Dort sind sie durchaus nützlich und sogar an der Bildung von essenziellen Vitaminen beteiligt. Einige Stämme des Bakteriums können aber auch Krankheiten wie die Zystitis auslösen, wenn sie aus dem Analbereich in die Harnröhre gelangen.

Die weibliche Anatomie begünstigt aufgrund der Nähe des Darms zur Harnröhre die Verbreitung der Krankheitserreger. Außerdem ist die weibliche Harnröhre mit durchschnittlich nur 4 Zentimetern Länge wesentlich kürzer als die männliche mit 20 bis 25 Zentimetern, wodurch die Bakterien schneller aufsteigen können. Auch Kälte kann ursächlich dafür sein, dass sich die Bakterien im Intimbereich verbreiten. Das klingt zunächst paradox, lieben es Bakterien im Allgemeinen doch eher warm. Der Grund ist folgender: Kühlt der Unterleib aus, verringert sich die Durchblutung. Die Gefäße ziehen sich zusammen und der Intimbereich wird trocken und dadurch anfällig. So haben die E.-coli-Bakterien, aber auch Pilze und Viren leichtes Spiel.

Weitere Risikofaktoren, die eine Blasenentzündung begünstigen:

  • Geschlechtsverkehr
  • Schwangerschaft
  • Immunschwäche und Stoffwechselstörungen (wie Diabetes)
  • Harnstau, zum Beispiel durch Erkrankungen der Harnröhre, Blase oder Prostata ausgelöst
  • Dauerkatheter

Der weltweit führende Hersteller von Inkontinenzprodukten, TENA, informiert detailliert über Ursachen und Symptome von Blasenentzündungen. Das hat einen praktischen Grund: Blasenentzündung und Blasenschwäche können Hand in Hand gehen. So kann eine Blasenschwäche gleichermaßen Ursache wie auch Folge einer Zystitis sein.

Der Blasenentzündung vorbeugen

Weiß man über den Zusammenhang von Kälte und Infektionsrisiko Bescheid, kann man der Erkrankung sinnvoll vorbeugen. Wichtigste Maßnahme dabei: Wärme. Auch wenn die Temperaturen im Oktober noch mild sein können, sollte dünne und bauchfreie Sommerkleidung nun Unterhemd und Pulli Platz machen. Nieren- und Beckenbereich sollten immer bedeckt sein und die Füße warmgehalten werden.

Bei der Intimhygiene gelten strenge Regeln: Immer von vorne nach hinten säubern, um die Bakterien nicht aus dem Darmbereich direkt in Richtung Harnröhre zu wischen. Und nach dem Sex sollte man möglichst bald auf die Toilette gehen.

Viel trinken hilft, bereits in die Blase gewanderte Bakterien auszuschwemmen. Wichtig ist, die Harnblase immer möglichst vollständig zu entleeren, da verbleibender Restharn einen hervorragenden Nährboden für die Bakterien bietet. Machen sich bereits erst Anzeichen einer Zystitis bemerkbar, werden harntreibende Tees und Säfte empfohlen. Besonders gut soll Cranberrysaft helfen.

Bildnachweis: CC0 via Pixabay / Photo by DanaTentis 

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