Reisen auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen


Rund 1,6 Mio. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen haben laut Reiseanalyse 2016 eine feste Reiseabsicht. Deshalb brauchen Menschen mit Mobilitäts- und Sinneseinschränkungen, aber auch Ältere oder Familien mit Kindern benötigen für ihre Reiseentscheidung detaillierte Informationen zur Beschaffenheit des Urlaubsortes.

Verlässliche Angaben und eine einheitliche Darstellung bietet das bundesweite Projekt „Reisen für Alle“, bei dem erstmals für die Gäste notwendige Informationen durch ausgebildete Prüfer erfasst und mit klaren Qualitätskriterien bewertet werden. Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich daran mit einem Gemeinschaftsprojekt des Tourismusverbandes und des Dehoga MV, bei der touristische Anbieter zwischen Ostsee und Seenplatte sensibilisiert und in den kommenden drei Jahren 80 Betriebe zertifiziert werden sollen. Bei einer ersten feierlichen Auszeichnungsveranstaltung am 1. März 2017 im Steigenberger Hotel Sonne in Rostock werden Zertifikate an zwei geprüfte Betriebe übergeben. Darüber hinaus laufen Prüfungsverfahren für 13 weitere Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Zur ITB erscheint zudem eine Image- und Informationsbroschüre zum Thema.

„Ziel des Projektes ist es, Menschen mit Sinnes- und Mobilitätseinschränkungen ein Informations- und Bewertungssystem an die Hand zu geben, mit dem sie selbstständig die Eignung des Angebotes für ihre Ansprüche prüfen und im besten Falle buchen können“, sagte Bernd Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Darüber hinaus sei es besonders wichtig, Anbieter darauf aufmerksam zu machen, wie sie sich auf die verschiedenen Zielgruppen einstellen und damit neue Gästegruppen erschließen können, so Fischer weiter. „Reisen für Alle“ sei ein Informations- und Bewertungssystem, das es Gästen ermöglicht, die Eignung von Angeboten entlang der gesamten Servicekette für ihre Ansprüche zu beurteilen und gezielt auszuwählen und zu buchen.

Bundesweit soll mit Hilfe dieses und ähnlicher Projekte ein einheitliches Qualifizierungssystem eingeführt werden. Die Förderung erfolgt aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Gesteuert wird die Sensibilisierungs- und Zertifizierungsmaßnahme vom Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin und dem Verein „Tourismus für Alle Deutschland“. Alle Bereiche der Hilfestellung bei Mobilitäts- und Sinneseinschränkungen werden in den Betrieben, die sich darum bewerben, ausgewertet. Die Kennzeichnung der Barrierefreiheit kann in zwei Qualitätsstufen erworben werden: „Barrierefreiheit geprüft: teilweise barrierefrei“ und „Barrierefreiheit geprüft: barrierefrei“. Das Logo wird jeweils um Piktogramme ergänzt, die signalisieren, für welche Personengruppen der Anbieter die Anforderungen erfüllt. Rollstuhlfahrer beispielsweise benötigen Schwellen, die eine bestimmte Höhe nicht überschreiten, für Menschen mit einer Sehbehinderung muss beispielsweise eine visuell kontrastreiche oder taktil erfassbare Gehwegbegrenzung vorhanden sein.

Mit jährlich mehreren Qualifizierungs- und Sensibilisierungsseminaren werden touristische Anbieter darüber hinaus an die Bedürfnisse und Anforderungen von Besuchern mit Behinderung herangeführt. Dies bietet Gästen eine zuverlässige Grundlage für die Reiseentscheidung und Anbietern die Möglichkeit einer besseren Positionierung im Markt. Angesetzt wird vor allem da, wo bereits eine Infrastruktur vorhanden ist – in Mecklenburg-Vorpommern sind dies vor allem die größeren Städte und die beliebten Urlaubsregionen.

Logo_barrierefreiheit_quer_RGB_M_HG-grau-310x111Signet des Informations- und Bewertungssystems „Reisen für Alle“

 

(Artikelkoto:noch nicht barrierefrei,  Foto: pixabay.com,  CC0 Public Domain)

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