Digitalisierung: Nachholbedarf an Berliner Schulen

Bildrechte: Flickr matsunaga-2018-open-door-8480 ASU Department of English CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
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Am 15. August 2018 stellte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) den neuen Bildungsmonitor für das Jahr 2018 vor. In der Studie wird jährlich anhand vieler Kriterien untersucht, wie sich das Bildungsniveau in den Bundesländern entwickelt. Im Bildungsmonitor 2018 schnitt Berlin als eines von nur zwei Bundesländern besser ab als im Vorjahr; es rutschte vom letzten Rang drei Plätze nach oben auf Platz 13. Erstmalig untersuchte der Bildungsmonitor auch die Kategorie „Digitalisierung“. Das Ergebnis: Deutschland ist im internationalen Vergleich im Rückstand, wenn es um die Computernutzung an Schulen geht. In dieser Kategorie hat auch Berlin deutliche Defizite und erzielte im deutschlandweiten Vergleich unterdurchschnittliche Ergebnisse.

Unter anderem gebe es in Berlin Verbesserungsbedarf bei medienbezogenen Kompetenzen der Lehrkräfte, der Förderung der Schülerkompetenzen sowie der Nutzung digitaler Medien an Schulen. In der Hochschulbildung sieht es etwas besser aus, da es einen vergleichsweise hohen Anteil an IT-Absolventen auf dem Berliner Arbeitsmarkt gibt. Generell gebe es an deutschen Schulen eine gute Versorgung mit Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen, wohingegen bei anderen IT-Ressourcen Nachholbedarf bestünde. Nur ein gutes Viertel der Schulen hätte ihren Schülerinnen und Schülern E-Mail-Konten bereitgestellt, im Unterschied zu 66,8 Prozent in der EU-Vergleichsgruppe. Ein eigenes E-Mail-Konto ist aber wichtig für einen erfolgreichen Berufsstart nach dem Schulabschluss. Wer auf die Nutzung von E-Mail nicht vorbereitet wurde, ist im Nachteil.

Wichtig sei es neben der Anschaffung von IT-Ressourcen, mehr Schulungen für Lehrkräfte zum Thema digitale Bildung anzubieten – vor allem für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht. In der Erhebung des Bildungsmonitors sei deutlich geworden, dass hier „die digitalen Kompetenzen der Lehrkräfte oftmals über die Basisanwendungen nicht hinausgehen“. Zwar können Schülerinnen und Schüler sich auch in ihrer Freizeit IT-Kenntnisse aneignen, wie es zum Beispiel der 15 Jahre alte amtierende Excel-Weltmeister getan hat. Man kann etwa Zertifikate absolvieren oder im Internet von kostenlosen, verständlichen Anleitungen lernen, um sich beispielsweise Excel-Wissen wie die Zählenwenn-Funktion anzueignen.

Auch Programmierkenntnisse können die Kinder, sofern sie es nicht in der Schule lernen, in der Freizeit erwerben, in Berlin zum Beispiel in der Hacker School. Doch für all das braucht es zunächst die Motivation und Unterstützung durch Lehrkräfte, zumal nicht jeder im Elternhaus mit diesen Themen in Berührung kommt. Um die Defizite in der digitalen Bildung zu beheben, regt die Studie dazu an, digitale Bildung zu einem festen Bestandteil der Lehrtätigkeit und -ausbildung zu machen. Inga Methling, Redakteurin beim Technikmagazin CHIP, empfiehlt zudem, Informatik an jeder Schule zum Pflichtfach zu machen. Heute gibt es Informatik an Berliner Schulen lediglich als Wahlpflichtfach ab der 7. Klasse sowie in der gymnasialen Oberstufe.

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