Der Park am See – der Wröhmännerpark

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Der Wröhmännerpark liegt im Bezirk Spandau nahe der Spandauer Altstadt. Östlich grenzt er an die Spandauer See, eine Verlängerung der Havel. Im Süden geht er in einen Grünstreifen über, der neben dem einem Wassergraben bis zum Rathaus Spandau führt. Im Westen begrenzt die Neuendorfer Straße den Park. Im Norden geht der Park in einen begrünten Uferweg über.  

Ein Kontrast zu den großen Berliner Volksparks bildet der Wröhmännerpark im Bezirk Spandau. Er ist einer der kleineren Parks, wie es sie für die meisten BerlinerInnen zum Naherholen gibt. Nichtsdestotrotz macht ihn seine Umgebung und seine Geschichte als ältester Park von Spandau besonders.

Momentan liegt im Park der Geruch von Baum- und Blumenblüten in der fast sommerlichen Luft. Auf drei Hektar Fläche prägen den Park zahlreiche Kastanienbäume und gepflegte Blumenwiesen. Geografisch verbindet der Wröhmännerpark mit seiner Uferpromenade Spandaus Altstadt und Neustadt.

Altes und Neues finden sich auch in der Parkgestaltung wider. Hohe, alte Kastanienbäume, Pergolen, also mit Pflanzen verzierte Gartenmöbel aus Holz am Wegesrand, eine alte Wasserschleuse und erhaltene Reste des einstigen Hafens an der Stelle des Parks stehen neuen Spielplätzen und geschaffenen Kitas, steinernen Sitzquadern am Uferweg und öffentlichen Liegestühlen aus weißgestrichenem Holz auf der Liegewiese gegenüber.

Von Rosengarten über Havelbräu bis hin zu Malerei
Zum Park gehören neben vielen Sitzmöglichkeiten ein Rosengarten, ein Seerosenteich und der Bronzestatue einer nackten griechischen Jagdgöttin, ein weiter Blick auf die Spandauer See, mehrere Zierwiesen mit Tulpen, Sträuchern und Hecken sowie ein kilometerlanger begrünter Uferweg im Anschluss. Hunde dürfen in dem Park angeleint mitgebracht werden.

Gleich neben dem Park in der Neuendorfer Straße liegt das Brauhaus Spandau. Der etwa 20 Meter hohe Dampfschlot an dem Gebäude stammt noch aus der Zeit, als die Brauerei eine Dampfwäscherei war. Im Brauhaus heute können BesucherInnen als Gäste beim Öffentlichen Brauen mehrerer Biersorten zuschauen. Beispielsweise wird hier die Biersorte Havelbräu hergestellt. In der warmen Jahreszeit finden auf dem Außengelände auch Konzerte statt.

Unweit entfernt befindet sich ferner die Spandauer Zitadelle. Die einstige Stadt Spandau wurde von hier aus einst militärisch verteidigt, als Spandau bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts noch kein Berliner Bezirk war. Infolge der Eingemeindung in Berlin wurden Spandaus Stadtmauern abgeschliffen und zu einem Teil begrünt. Über einen Teil dieser Begrünung können BesucherInnen spazieren, wenn sie den Wröhmännerpark vom S- und U-Bahnhof Spandau aus erreichen möchten. Entlang des Mühlengrabens verlief früher die Mauer.

In der Jüdenstraße in der „Kunstremise Spandau“ ist ein Teil ebendieser Mauer restauriert und mit rund 20 kleinen Galerien von MalerInnen belegt. Die MalerInnen sind ausgebildet und haben beachtliche Biografien und Fertigkeiten. Ihre unterschiedlichen Malereien können jeden Montag bis Freitag kostenlos, auch feiertags, jeweils am Nachmittag angesehen werden. Daneben liegt ein Platz mit vielen öffentlichen Sitzplätzen.

Spuren einer verschwindenden Vergangenheit
Ursprünglich befand sich am Wröhmännerpark bis zum Ausbau des Hafens im Zuge von Spandaus Industrialisierung ein freiwilliges Schiedsgericht für Bauern. Gab es Konflikte um Eigentum, Wettbewerb und Ähnliches, kamen die damals Fröhmänner Genannten an diesen Ort, um ein gerechtes Urteil zu treffen. Auf diese sehr alte Geschichte weist bis auf den Parknamen heute wenig hin.

Einzig ein alter Fischereiverband aus dem späten 15. Jahrhundert besteht heute fort und weist mit seinem Sitz an der Uferpromenade auf die lange mittelalterliche Geschichte an diesem Teil der verlängerten Havel, der Spandauer See, hin. Der Name Havel stammt übrigens vom althochdeutschen Haff. Er stand ebenfalls für See.

Der Uferweg am Wröhmännerpark liegt teilweise direkt am Wasser. Hier ruhen sich Enten, Spatzen und andere Vögel aus, Schwäne schwimmen vorbei, fangen im seichten Wasser kleine Fische, oder BesucherInnen erholen sich im Schatten der Bäume am Wasser.

Infrastruktur
Der Park ist größtenteils barrierefrei, ebenso wie eine öffentliche City-Toilette nahe der Neuendorfer Straße in der Höhe des Brauhauses. Versorgung finden BesucherInnen etlichen Gastronomien im Park und um den Park sowie an der Uferpromenade. In der Nähe des Parks gibt es in der Altstadt Spandau viele kleine und einige große Geschäfte um die Breite Straße. Ebenso nahgelegen ist das Einkaufszentrum Spandauer Arcaden neben dem Bahnhof Rathaus Spandau mit zahlreichen Geschäften und einem Parkhaus.

Ein Parkplatz steht an der Neuendorfer Straße Ecke Falkenseer Platz zur Verfügung. Weitere Parkplätze gibt es in den Seitenstraßen der Uferpromenade. RadfahrerInnen dürfen durch den Park fahren, FußgängerInnen haben allerdings Vorrang.

Wer nach dem Bahnstreik(s) mit der Bahn anreisen möchte, kommt am besten am Bahnhof Rathaus Spandau auf einem der Regionalgleise oder S-Bahn-Gleise an. An dem Bahnhof endet zudem die U-Bahn-Linie 7. Bei den öffentlichen Buslinien des Nahverkehrs halten hier an dem günstig gelegenen Verkehrsknotenpunkt Rathaus Spandau die Linien 130, 134, 135, 136, 236, 237, 337, 638, 671, X33, M32, M37, und M45. Am schnellsten zum Park ohne Spazierweg am Mühlengraben vorbei gelangt man über die Bushaltestelle Wröhmännerpark. Hier halten täglich bis in den frühen Abend hinein die Buslinien 134, 136, 236 und M45. Viel Spaß!

(Artikelfoto: Begrünter Uferweg und ein weiter Blick über den Spandauer See…  Foto: J.Tust)

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