Plitsch-platsch, alles nass… Sommerspaß!

Berliner-Wannsee

Alles was Sie noch nicht wussten oder wissen sollten über das Baden in Berlin

Spätestens jetzt angesichts der ersten Hitzewelle ist es jedem klar: Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm die Badesaison. Berlin hat diesbezüglich viel zu bieten. Doch worauf kommt‘s im Bad oder am See in einer Großstadt denn wirklich an? Auf den Wohlfühlfaktor! Wir haben ein paar Tipps, wie dieser zu erreichen ist.

Vorneweg: So gut wie jeder hat sein Lieblingsbad – alters- und kiezabhängig. Von den Klassikern wie dem „Prinzenbad“ in Kreuzberg und dem Strandbad am Wannsee bis hin zu vielen unbekannten Bädern wie etwa dem Sommerbad in Lübars ist da alles dabei. Insgesamt stehen uns in Berlin 26 Sommer- und Strandbäder offen. Zehn davon sind an private Betreiber verpachtet (die meisten davon sind Bäder an Seen wie etwa an Plötzen- oder Weißensee). Für die Pachtbäder legen die Betreiber die Preise fest. In den übrigen 16 städtischen Sommerbädern kostet die Einzelkarte 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Familienkarten (bis zwei Erwachsene und fünf Kinder) gibt‘s um 11,50 Euro.

Was überall gleich sein solllte: der Wohlfühlfaktor. Neben der Auswahl des „passenden“ Bades (Ruhesuchende sollten es vielleicht eher nicht im Prinzenbad oder im Wedding versuchen), kann dieser auch durch eine Menge „Kleinigkeiten“ beeinflusst werden. Worum es geht? Kurz gefasst ganz einfach: Rücksicht nehmen. Wer sich nicht ganz sicher ist, was geht … oder eben nicht, für den haben die „Berliner Lokalnachrichten“ bei Benimm-Experten nachgefragt. Hier das Ergebnis:

Was gar nicht geht: Öffentliches Umkleiden, Badekleidung, die nicht zur Figur passt und zu offenherzige Badekleidung. Wer sich da nicht ganz so sicher ist, sollte sich vielleicht nicht nur von der geschäftstüchtigen Verkäuferin beraten lassen, sondern eher von ganz ehrlichen Freunden/innen.

Ebenfalls ein No-Go: Bekleidet in der FKK-Zone. Wer dorthin geht, muss nackt sein wollen … und es dann auch sein!

Flirt im Bad: Kultiviertes Flirten – dezente Blicke, nettes Lächeln – ist auch am Wasser erlaubt. Anzügliche Sprüche und tiefe Blicke in die oberen und unteren Bikini-Zonen sind jedoch absolute Tabus. Wenn jemand sagt, er möchte in Ruhe gelassen werden, dann gibt‘s keine Diskussion, sondern dann ist dem Wunsch Folge zu leisten.

Fotos: Hier gilt auch im Bad: Ohne Einwilligung darf man niemanden fotografieren. Auch wenn es total witzig wäre. Jede Person hat das Recht auf das eigene Bild. Wer beim Badespaß also nicht ohne Handy-Schnappschüsse leben kann, fotografiert entweder nur eigene Freunde (die einverstanden sind) oder fragt jedes Mal höflich – und akzeptiert ein „Nein“.

Essen: Grillpartys am Strand sind gerade an besucherstarken Tagen eher ungern gesehen. In den Bädern selbst ist Grillen meist ohnehin verboten, auch am Seeufer muss man nicht sein gesamtes Umfeld mit Rauchschwaden und Fleischgeruch bombardieren.

Buffet: Wenn alle (fast) nichts anhaben, ist auf Abstand zu achten. Kaum eine Frau findet es amüsant, wenn sich ihr Hintermann in der Buffetschlange an sie drängt. Schon gar nicht, wenn sie nur ihren Bikini trägt. Abgesehen vom Abstand halten empfehlen Benimm-Experten für den Gang zum Buffet ohnehin, ein T-Shirt überzuziehen oder zumindest ein Handtuch umzubinden. Das erspart überdies, sich den Ketchup vom Bauch zu wischen …

Müllstreit: Wenn die Liegewiesen-Nachbarn ihren Müll „vergessen“, darf man sie darauf hinweisen. Allerdings in freundlichem Tonfall. Auch wenn alle Mülleimer voll sind, sollte man seinen Mist aufsammeln. Zur Not kann man ihn – das gilt vor allem für offene Badeplätze an Seen – ja auch bis zur nächsten, nicht vollen Mülltonne mitnehmen. Schließlich sitzen und liegen wir alle beim Badeausflug nicht gern zwischen den „Hinterlassenschaften“ unserer Vorgänger.

Kinderlärm: Wer sich ein Bad aussucht, das gerne von Familien frequentiert wird, ist sozusagen leider selber schuld. Kinder toben und tollen nun mal gern – wer das nicht haben kann, muss sich eine abgelegene Badestelle suchen. Allerdings: Alles muss man nicht tolerieren. Wenn man etwa wiederholt zum Ziel von Spritzpistolen-Attacken wird (und das nicht witzig findet) oder ein Ball absichtlich dauernd auf dem Rücken des halbschlafenden Nachbarn landet, dann sind die Eltern gefragt. Antiautoritäre Erziehung ist schön – aber im öffentlichen Raum gelten Regeln. Auch für Kinder.

Musik: Jaja, HipHop ist cool, Elektro ist geil, Schlager ist super … über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Im Freibad gilt trotzdem: Wer seine Mukke haben will, muss sie so hören, dass er niemand anderen stört. Also Kopfhörer oder Lautsprecher, die nur das eigene Handtuch beschallen.

Abstand: Auch wenn der Nachbar allein (und furchtbar sexy) auf seinem Handtuch liegt – ein Mindestabstand zu unbekannten Nächsten ist im Bad ein absolutes Muss. Schließlich setzen Sie sich ja auch nicht auf den Beifahrersitz eines fremden Autos, weil der Fahrer so nett aussieht, oder?

So. Und jetzt Schlappen schnappen und ab ins Bad!


Infos/Preise/Öffnungszeiten: www.berlinerbaeder.de

(Artikelfoto: Freibad Wannsee | © VisitBerlin)

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