Spreepark der Zukunft: Grün Berlin gibt Rückblick auf 2020 und Ausblick für 2021

Der letzte Dino im Spreepark
Der letzte Dino im Spreepark

Im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung hat eine Arbeitsgemeinschaft den Auftrag für die Objektplanung und Bauausführung erhalten und konnte die Arbeit bereits aufnehmen. Ebenfalls im Rahmen eines EU-weiten Ausschreibungsverfahrens wurde ein Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines Nachhaltigkeitskonzepts beauftragt. Der Abschlussbericht mit den Schwerpunkten Klimavorsorge, Niederschlagswasserbewirtschaftung, Energie- und Stoffkreisläufe sowie Materialkonzept soll im Januar 2021 vorgestellt werden. Einblicke zum Spreepark der Zukunft, mit Entwürfen für die Objektplanung der Freianlagen, erhalten interessierte Berliner im zweiten Quartal des kommenden Jahres.

Start erster Baumaßnahmen

Parallel zur planerischen Entwicklung hat die Realisierung des Spreeparks bereits punktuell begonnen. In einem ersten Schritt erhalten Park und Eierhäuschen seit August neue Gas-, Trink- und Schmutzwasser- Strom- und Telekommunikationsleitungen. Ein Abschluss der Erschließungsarbeiten ist für September kommenden Jahres vorgesehen. Die Finanzierung der Medienerschließung erfolgt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) im Rahmen der Touristischen Erschließung des Spreeparks.

Mit Gesamtbaugenehmigung für die Sanierung und den Ausbau des Eierhäuschens konnten im Februar die Arbeiten am historischen Ausflugslokal starten. Das über 100 Jahre alte Bauwerk erhielt u.a. neue Decken, der nicht mehr sanierungsfähige Dachstuhl wurde zurückgebaut und durch einen denkmalgerechten Nachbau ersetzt. Ebenso wurde das Turmgeschoss wiederaufgebaut und erhielt die typisch und weithin sichtbar auffällige Dekorationsmalerei, im Erdgeschoss erfolgte der Einbau nachgebauter Fenster nach historischem Vorbild. Die Arbeiten an der Außenanlage beginnen 2021 ebenso der Neubau des Küchenkubus als auch des Küchenpavillons.

Abschluss Bürgerbeteiligung ebnet Labor Spreepark

Nach der vierjährigen Bürgerbeteiligung konnte diese im Spätsommer mit der Veröffentlichung des Kursbuches Spreepark erfolgreich abgeschlossen werden. Die Ergebnisse zur Planung des zukünftigen Spreeparks wurden im September innerhalb der „Projektwoche 2020“ im Rahmen des Labors Spreepark vorgestellt. Das Kursbuch enthält Anregungen für die Bereiche Kunst & Kultur, klassische Angebote im Park, Verkehr & Erreichbarkeit, umwelt- und klimaverträgliche Veranstaltungen sowie inklusive Kulturangebote und Veranstaltungen. Diese wichtigen Hinweise und Anregungen der Bürger wurden den Planer für Freianlagen, Hochbau und Ingenieurbauwerke übergeben und fließen in die weitere Planung des Parks ein.

Der Abschluss der Bürgerbeteiligung markierte gleichzeitig den Start des Labors Spreepark. Bis zur Fertigstellung des Parks wird der Spreepark damit zu einem Lernort, in dem die Erprobung von Inhalten und Formaten im Mittelpunkt steht. Seit Sommer 2020 wird die inhaltliche Profilschärfung des Parks fortgesetzt und im Probebetrieb Erkenntnisse für den späteren Betrieb des Spreeparks erarbeitet.

Auch unter Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus ist es gelungen, innerhalb der „Projektwoche 2020“ eigens kreierte Formate von Akteur*innen der Kunst- und Kulturszene aus der Bürgerbeteiligung mit den Schwerpunkten Musik, Straßentheater, Film- und Talkformate auf dem Areal zu erproben. Hinzu kamen Informationsformate zur partizipativen Entwicklung des Spreeparks und eine Netzwerkveranstaltung zur Verknüpfung von Kunst und Umweltbildung. Gemeinsam mit der Berliner Kunst- und Kulturszene ist die Erprobung weiterer Veranstaltungsformate im Rahmen eines Probebetriebs für September 2021 vorgesehen.

Führungen und Workshops gehen weiter

Einen Blick in die Zukunft ihres Spreeparks zu werfen, das war auch 2020 ein starker Wunsch vieler Berliner. Nachdem pandemiebedingt von März bis einschließlich Mai alle Führungen und Workshops ausfallen mussten, besuchten von Juni bis Anfang November rund 7.500 Teilnehmer die in reduzierter Gruppenanzahl durchgeführten öffentlichen und individuell buchbaren Führungen. Neben 211 öffentlichen Führungen in deutscher Sprache konnten zusätzlich 61 Führungen für angemeldete Gruppen unter Coronaauflagen stattfinden. 2021 sollen die Führungen am Karfreitag, 3. April, wieder starten, in deutscher und englischer Sprache.

Im Rahmen von Bildungsangeboten, die Umweltbildung und kulturelle Vermittlung verknüpfen, konnten 2020 wieder verschiedene Künstler und Kreative in 13 selbst entwickelten Formaten an 39 Tagen 41 experimentelle Workshops durchführen. 350 Teilnehmer hatten die Gelegenheit je nach Angebot, sich dem Park auf unterschiedlichen Ebenen zu nähern. Aufgrund der Coronapandemie fanden die diesjährigen Workshops nicht wie geplant ab Mai statt, sondern gebündelt nach den Sommerferien bis in den Oktober hinein. Kunst- und Kulturschaffende sowie Institutionen aus der Umweltbildung erhalten auch zukünftig die Möglichkeit, im Lernort Spreepark unter festgelegten Rahmenbedingungen eigene Programme und Formate im Spreepark umzusetzen. Die Workshopreihe mit Angeboten aus der Umweltbildung und Kunstvermittlung wird auch 2021 fortgesetzt.

Weitere Meilensteine 2021

Nach mehreren Untersuchungen zur Bausubstanz beginnen im ersten Quartal 2021 die Restaurierungsarbeiten am Wahrzeichen des Spreeparks. Dafür wird das 45 Meter hohe und 31 Jahre alte Riesenrad in einem ersten Schritt abgebaut. Parallel zur Demontage der 40 Gondeln, Speichen und des Riesenrad-Kranzes erfolgen Untersuchungen, welche Bestandteile schadhaft sind und ausgetauscht werden müssen und welche erhalten und restauriert werden können. Ein öffentliches Ausschreibungsverfahren für den Abbau des Riesenrads läuft noch bis Donnerstag, 3. Dezember 2020. Der Wiederbetrieb ist für 2024 geplant.

Eine Vorstellung der Gestaltung des künftigen Spreeparks, in die Anregungen aus der umfangreichen Bürgerbeteiligung eingeflossen sind, ist gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für das zweite Quartal 2021 vorgesehen. Das Bebauungsplanverfahren wird derzeit durch den Bezirk Treptow-Köpenick bearbeitet. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans ist im Frühjahr des Jahres 2021 zu erwarten. Mit Abschluss des Bebauungsplanverfahrens können die ersten Bauanträge zur Entwicklung des Spreeparks eingereicht werden.

Geplant ist, die Baumaßnahmen im Spreepark in mehreren Abschnitten durchzuführen, um einzelne Bereiche mit Teileröffnungen in den nächsten Jahren schrittweise für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für den Bereich rund um das Eierhäuschen ist eine Fertigstellung als Ausflugsgaststätte mit Künstlerresidenzen, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen für 2022 geplant. Der Kernbereich des zukünftigen Spreeparks rund um das Riesenrad soll 2024 eröffnet werden. 2026 soll der Spreepark mit den beiden Eingangsbereichen West (Cinema 2000) und Ost (Werkhalle) alle Kernbausteine des Projektes weitgehend fertiggestellt sein.

Bildnachweis: Grün Berlin GmbH

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