Stille Nacht, Heilige Nacht im Salzburger Land

Begegnung mit ZIegen auf der Wanderung in den Talschluss von Hüttenschlag

In wenigen Tagen ist es so weit. Wir feiern Weihnachten, freuen uns auf den „Heiligen Abend“, wo der Weihnachtsmann kommt und Geschenke bringt. Vielen geht es sicher so wie mir – irgendwie fehlt die richtige Stimmung. Es ist einfach nur hektisch, laut und der erwartete Schnee wird auch in diesem Jahr ausbleiben. Wie romantisch ist es da im Salzburger Land! Hier werden Brauchtum und Besinnlichkeit noch groß geschrieben.

Wir verbrachten einige Tage im leicht verschneiten Großarltal, besuchten den „Salzburger Bergadvent“ mit weihnachtlichen Klängen, einer Krippenausstellung und wohnten dem Fackel- und Krampuslauf bei. In diesem Jahr gab es zum ersten Mal eine „Lange Tafel der Krampusse“, wo die Akteure ihre Masken abnahmen und sich gemeinsam bei Speis‘ und Trank stärkten. Der Heilige Nikolaus hatte eingeladen. Und die Besucher konnten sich die Masken dann in aller Nähe ansehen. Manche waren schon sehr gruselig. Das bekannte Weihnachtslied „Heilige Nacht, stille Nacht“, hörten wir nicht. Warum?

Krampustafel. ©pegü

Wir fuhren in die 40 Minuten Autofahrt entfernte Region Wagrain-Kleinarl. Hier widmet man sich dem Weihnachtslied und dessen Entstehungsgeschichte. Am „Wagrainer Kulturspaziergang“ begibt man sich auf die Spuren des weltberühmten Weihnachtsliedes das von Joseph Mohr, viele Jahre Pfarrer in Wagrain, stammt. Am 4. Dezember 1848 verstarb er und wurde auf dem Wagrainer Friedhof beigesetzt, 30 Jahre nachdem er gemeinsam mit seinem Freund Franz Xaver Gruber, der den Text vertonte, zur Christmette in der Nikolauskirche in Oberndorf zum ersten mal öffentlich dieses Lied gesungen hatte, das wohl auch heute noch zur Weihnachtszeit in allen Häusern erklingt.

Die Wagrainer ehren Joseph Mohr aber nicht nur als Mitschöpfer des bewegenden Liedes, sondern auch wegen seiner Bemühungen um das Wohl der Armen. Hatte er sich schon rastlos dafür eingesetzt, dass anstelle des verfallenen Mesnerhauses, das die einzige Schulstube für 170 schulpflichtige Kinder beherbergte, ein Schulneubau entstand, der seinerzeit als Musterbau galt. Er bemühte  sich auch, durch Sammlungen und persönliche Opfer, den Kindern armer Leute den Schulbesuch zu ermöglichen. 1952, nach mehrfachen Erweiterungen und Umbauten, erhielt die Schule seinen Namen.

Kutschfahrt zum Jägersee. ©pegü

Und nicht nur Gebäude erinnern an den Dichter und das Lied. Im Stille Nacht Museum erfährt man Wissenswertes über das Leben und Wirken von Joseph Mohr in Wagrain, der Entstehung des Liedes, seiner Internationalen Verbreitung. Seine Reise in die  Welt begann als der Tiroler Orgelbauer Karl Mauracher das Lied vom Salzburgischen Heim ins Zillertal mitnahm. Die Familie Strasser aus Laimach brachte es in deutsche Städte. Die Rainer Sänger aus Fügen in die Vereinigten Staaten.

Inzwischen ist „Stille Nacht, Heilige Nacht“ in über 300 Sprachen übersetzt worden. Im Pflegerschlössl in Wagrain, ein ehemaliges fürsterzbischöfliches Gerichtsgebäude aus dem späten 18. Jahrhundert- beherbergt das Stille-Nacht-Museum, das sich dem Leben und Wirken von Joseph Mohr in Wagrain, der Entstehung des Liedes und seiner internationalen Verbreitung widmet. Hier können die Besucher auch auf einem interaktiven Globus erfahren wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird, wie sich das Lied in der entsprechenden Landessprache anhört.

Jägersee in Kleinarl (Urlaubsregion Wagrain-Kleinarl). Nebenan befindet sich das Gasthaus Jägersee, die Pferde sind Stella und Saphira.

Wo das Lied zur Weihnachtszeit erklingt, scheint die Zeit für einen Moment still zu stehen. Genießt man einen Augenblick der Ruhe und Besinnlichkeit. Jeder sollte sie sich gönnen – Ruhe, Stille und Zeit, sollte sie sich nehmen für die Kinder, die Familie, Freunde, sich  selbst. Die Zeit bleibt nicht stehen, im Gegenteil, die Hektik nimmt zu. Mehr Arbeit, um mehr Geld zu verdienen, mehr, mehr – das kann es nicht sein. Irgendwann ist es vorbei, dann fragt man sich?

Und – hat es sich gelohnt?

Lieber mal eine Auszeit nehmen. Und das Salzburger Land bietet sich an. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit und danach. Einfach auf den verschneiten Wegen spazieren oder eine  Fahrt mit der Panoramabahn Großarltal  ins Salzburger Skigebiet Großarltal -Dorfgastein  in 1845 m Höhe unternehmen, wo man einen bezaubernden Blick über die verschneite Landschaft, die Berge hat und die Ruhe genießen kann.

Wir saßen auf einer Bank, man konnte eine Stecknadel fallen hören, klare Luft und Sonnenschein. Herrlich. Als ein Skifahrer auf einer anderen Bank Platz nahm, begann in einer Zeitung zu blättern, das Geräusch war störend. Dann eine Stärkung auf der Laireiteralm  und wieder hinunter. Wandern die idyllische Winterlandschaft beispielsweise in den Talschluss,  am Eingang zum Nationalpark Hohe Tauern, ein Besuch im Gasthof Talwirt  Großarl wo es auch eine interessante Maskenausstellung im Untergeschoss  gibt oder im Bauernladenstüberl, eine Pferdeschlittenfahrt  zum Jägersee in der Gegend bei Wagrain, stärken im Restaurant Hirner in Kleinarl.  Und dann im HotelDas Edelweiß Salzburg Mountain Resort“ oder „Almmonte Sensum“,  den Alltag vergessen.

Blick aus dem Infinity Pool in der 6. Etage des Hotel DAS EDELWEISS Salzburg Mountain Resort.

Seit dem 30. November bis 21. Dezember verbindet der alljährliche „Stille Nacht Advent Wagrain“, die Friedensbotschaft des Weihnachtsliedes mit Weihnachtsbräuchen aus der ganzen Welt. Es finden Adventskonzerte statt. Im Christkindlpostamt kann die Weihnachtspost liebevoll verziert werden. Es gibt Sonderbriefmarken und einen Sonderstempel.

Am 24. Dezember findet in Wagrain das romantische Turmblasen ab 22.45 Uhr bei der Pfarrkirche statt. Es wird auf die Christmette um 23 Uhr eingestimmt. Am 26. Dezember findet das Joseph-Mohr-Gedächtnissingen in der  Pfarrkirche Wagrain statt.

Freuen wir uns auf eine schöne Zeit und ein glückliches Jahr 2020

Und vielleicht sehen wir uns im Salzburger Land. Getreu dem Motto Lebensfreude hoch 2 findet jeder Gast hier das Passende für sich. Es muss nicht immer Ski fahren sein. Empfehlen kann ich die Anreise mit der Bahn von Berlin. Bequem geht es  bis München, umsteigen, weiter nach St. Johann im Pongau, dann mit dem Taxi oder Postautobus weiter. Ist sicher entspannter als mit dem Auto die zahlreichen, nicht fertig werdenden Baustellen auf dem Weg zu haben. Petra Gütte

Redaktioneller Hinweis: Die Berichterstattung wurde durch eine Journalistenreise gefördert.

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