Teigwaren in Deutschland so gefragt wie noch nie!

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Teigwaren – frische und trockene – ist im Wirtschaftsjahr 2019/20 auf 9,5 kg angestiegen. Dies ist gegenüber dem Vorjahr mit 9,0 kg ein Plus von 5,6 Prozent. Der große Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs ist vor allem auf die starke Nachfrage im Frühjahr 2020 zurückzuführen, insbesondere nach gut lagerbaren Trockenteigwaren. Davon wurden 40.000 Tonnen und damit 14,1 Prozent mehr produziert als noch 2018/19. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Trockenteigwaren steigerte sich um 8,1 Prozent von 7,4 auf 8,0 Kilogramm. Die große Nachfrage nach Nudeln spiegelt sich auch in der gestiegenen Vermahlungsmenge in der Hartweizenmüllerei wider. Hier wurden 43.000 Tonnen mehr als im Vorjahr vermahlen.

40% der verzehrten Teigwaren stammen aus Deutschland

In Deutschland wurden 2020 405.000 Tonnen Nudeln hergestellt, 113.000 Tonnen davon wurden exportiert. Wichtige Abnehmer sind Frankreich, Polen, Österreich und die Niederlande. Auf der anderen Seite importiert Deutschland 495.000 Tonnen Teigwaren. Mit 366.500 Tonnen kommt die meiste Pasta aus Italien. Der Anteil Italiens am Import liegt damit bei 74 Prozent. Insgesamt werden in Deutschland 787.000 Tonnen verbraucht. Der Anteil deutscher Nudeln am Gesamtverbrauch beträgt damit knapp 40 Prozent.

Ebenso wie italienische Nudeln werden deutsche Teigwaren überwiegend aus Hartweizengrieß produziert. Besonders beliebt in Deutschland sind Eierteigwaren, auch wenn deren Anteil aufgrund sich verändernder Verzehrgewohnheiten seit Jahren langsam aber kontinuierlich sinkt. 181.250 Tonnen Nudeln aus deutscher Produktion sind ohne, 141.700 Tonnen mit Eiern hergestellt. Die restlichen gut 82.000 Tonnen sind Frischteigwaren oder Nudeln in Nasskonserven, hier wird statistisch nicht zwischen „mit“ und „ohne Ei“ unterschieden. Darüber hinaus bieten deutsche Produzenten spezielle Teigwaren auf Basis von Dinkel.

Hartweizenanbau und Vermahlung wachsen ebenfalls

Hartweizengrieß für die Herstellung von Nudeln wird auch in Deutschland hergestellt. 2020 vermahlten die Hartweizenmühlen mit 432.150 Tonnen 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Das entspricht fast 62.000 Tonnen pro Mühle. Insgesamt wurden 328.424 Tonnen Hartweizenmahlerzeugnisse hergestellt.

Der Hartweizenanbau in Deutschland ist noch recht jung, seine Anbaufläche nimmt kontinuierlich zu: 2020 wurden bereits auf 31.500 Hektar Hartweizen gesät, 2015 lag die bestellte Fläche noch bei 18.800 Hektar. Der Ertrag beim wärmeliebenden Hartweizen schwankt, 2020 lag er bei 49,2 Dezitonnen pro Hektar, insgesamt wurden 155.000 Tonnen Hartweizen in Deutschland ge- erntet. Die wichtigsten Anbauregionen für Hartweizen in Deutschland liegen in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern.

Zum Vergleich: Die Weichweizen-Anbaufläche 2020 betrug in Deutschland 3 Millionen Hektar, der Weizen-Ertrag 74,5 Dezitonnen je Hektar und die Erntemenge bei 22 Millionen Tonnen Weizen. Auch wenn die angebaute Menge noch längst nicht für den deutschen Markt ausreicht, bietet der Hartweizenanbau in Deutschland eine spannende Alternative zu den gängigen Feldfrüchten.

Bildnachweis: CC0 via pixabay.com

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