Erfolg ohne Ende? Die Zukunft der Messe Berlin

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Die Zukunft der Messe Berlin –  Interview mit Messe-Sprecher Michael Hofer von Lisa Steiner

Die Grüne Woche und die ITB bescherten der Messe Berlin wieder Rekordbesucherzahlen, das nächste Highlight – die Luft- und Raumfahrtmesse ILA Ende Mai – steht kurz bevor. Gesamt gesehen steuert das Tochterunternehmen der Stadt 2014 auf einen erneuten Rekordumsatz von 250 Millionen Euro zu – und das obwohl mit der Sperre des ICC im März ein weltberühmtes Kongresszentrum (zumindest temporär) verloren ging (wir berichteten). Doch wohin steuert Berlins wohl erfolgreichstes, international bekanntes Unternehmen? Die Berliner Lokalnachrichten haben nachgefragt – bei Messe-Sprecher Michael Hofer.

Rekorde:
Berliner Lokalnachrichten: Die Grüne Woche und die ITB haben 2014 wieder Rekordbilanzen gebracht. Das kann logischerweise nicht ewig so weitergehen – wie viel Luft nach oben  ist da noch?
Michael Hofer: Das ist kein einfaches Thema. Natürlich ist irgendwo eine natürliche Begrenzung vorhanden, was Zuwachsraten betrifft. In den letzten zehn Jahren hatten wir jährlich Zuwächse von 10, 12 Prozent. Da stellt sich natürlich die Frage, was können wir tun, um weiterhin derartige Wachstumsraten zu erzielen. Denn die sind nötig, um zu investieren und unsere Produkte in der gewohnten Qualität zu halten.

Berliner Lokalnachrichten: Also?
Michael Hofer: Was gibt es für Möglichkeiten … wir schauen uns andere Produkte, andere Märkte an.

Berliner Lokalnachrichten: Zum Beispiel die Vermarktung des Namens – anlog zur O2-World?
Michael Hofer: Ja, aber das sind eher Peanuts. Wir haben ja mit der Asia Fruit Logistica in Hong Kong und der ITB Asia schon erfolgreiche Produkte außerhalb Deutschlands. Auch ganz andere Möglichkeiten sind aber denkbar, Verlagswesen, etwa. Wir schauen uns da vieles ganz offen an.

ICC
Berliner Lokalnachrichten: Das ICC hat ja im März die Tore – zeitweilig wie es heißt – geschlossen. Die Stadt sucht einen Investor und ist bereit 200 Millionen Euro für die Sanierung zuzuschießen, sofern der Investor die Hauptlast trägt. Für wie realistisch halten Sie es, dass sich da rasch jemand findet?
Michael Hofer: Das ist schwer zu sagen. Wir – als Messe Berlin – würden uns natürlich wünschen im Bedarfsfall Kontingente nutzen zu können. Denn unser Bedarf an geeigneten Stätten für Kongresse steigt natürlich ständig.

Berliner Lokalnachrichten: Das heißt, Sie wünschen sich, dass das ICC zumindest partiell als Kongresszentrum erhalten bleibt?
Michael Hofer: Das wäre aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Auch, dass das Gebäude so schnell wie möglich wieder genutzt wird ¬ in einer Art, in der es auch Geld bringt.

CityCube
Berliner Lokalnachrichten: Als Ersatz fürs ICC wird ja das CityCube Berlin dienen. Derzeit herrscht am Messedamm noch Baustelle. Die erste Veranstaltung ist aber mit dem DGB-Kongress für 11. Mai angesetzt … hält der Termin?
Michael Hofer: Ja, die Bauarbeiten sind „in time“. Die offizielle Eröffnung mit Vertretern aus Politik – Bürgermeister Wowereit wird kommen – Wirtschaft und Medien ist für 5. Mai geplant. Und das CityCube ersetzt das ICC in dem Sinne, dass wir keinen Kongress verloren haben. Es ist für 2014 sehr gut gebucht und es gibt bereits Buchungen bis ins Jahr 2021.

ExpoCenter Airport – BER
Berliner Lokalnachrichten: Zum ExpoCenter Airport – Wie sehr ist das BER-Debakel ein Stolperstein für den Betrieb dieser „Außenstätte“?
Michael Hofer: Unsere Intention beim ExpoCenter Airport war natürlich das ‚Messegelände der kurzen Wege‘. Die Kundschaft fliegt ein, die Kundschaft fliegt aus – wie das in anderen Städten – beispielsweise Frankfurt – auch funktioniert. Das volle Potential wird das ExpoCenter erst mit der Eröffnung des BER entfalten können.

Berliner Lokalnachrichten: Wie viel entgeht der Messe durch die BER-Verzögerung?
Michael Hofer:  Das ist schwer zu sagen, weil wir ja das volle Potential erst nach der Eröffnung kennen. Aber: Ja, es gibt Umsatzausfälle. Man muss ja vieles einrechnen, beispielsweise die jetzt nötigen Shuttlebusse zu den Veranstaltungen … das sind alles Kosten.

Berliner Lokalnachrichten: Wie viele Millionen?
Michael Hofer: Wie gesagt, schwer zu sagen. Aber über diese Zeitachse geht das sicher in die Millionen.

Berlin Air Show
Berliner Lokalnachrichten: Die nächste anstehende Großveranstaltung ist die Berlin Air Show – mit Publikumswochenende vom 23. bis 25. Mai. Was sind denn die Highlights die unsere Leser dort erwarten?
Michael Hofer: Natürlich das tolle Flugprogramm –  zivile Luftfahrt trifft Militär. Neben den Flugshows mit atemberaubenden Formationsflügen ist natürlich die Raumfahrt ein Publikumsmagnet. Und das ist heuer wirklich ‚Raumfahrt zum Anfassen‘ – da werden etwa Marsroboter und Weltraumfahrzeuge gezeigt.

Berliner Lokalnachrichten: Vielen Dank für das Gespräch.

(Foto: Messe Berlin)

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