Moskau ist nicht Berlin: Sonderausstellung zum 80. Todestag des Schriftstellers Michael Bulgakow

Anlässlich des 80. Todestages des russischen Schriftstellers Michael Bulgakow zeigen das Museum Pankow und die Bibliothek am Wasserturm die Sonderausstellung: „Moskau ist nicht Berlin. Schicksal eines Romans: Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita“. Die Ausstellung im Kultur- und Bildungszentrum in der Prenzlauer Allee 227/228 ist bis zum 6. September 2020 geöffnet.

Der Schriftsteller Michail Bulgakow (1891–1940) gilt als ein literarisches „Schwergewicht“ des 20. Jahrhunderts, sein letzter Roman „Der Meister und Margarita“ als Meisterwerk, eine satirisch-groteske Aufnahme des Faustmotivs. Bulgakow schildert darin in einer allegorischen und witzigen, satirischen Weise das Leben in Moskau zu dieser Zeit, gerichtet gegen die starre, von Willkür geprägte Bürokratie sowie die Überwachungspraktiken und die Versorgungsengpässe in der dogmatisch atheistischen Sowjetunion.

Bulgakow arbeitete ab 1928 bis zu seinem Tod an diesem Roman, der jedoch erst 1966 in der Sowjetunion – stark zensiert – erscheinen durfte. Diese Veröffentlichung wurde auch in deutschen Verlagen in der DDR und der BRD gelesen. 1968 erschien Meister und Margarita in der Übersetzung des Pankower Thomas Reschke erstmals – wiederum zensiert –in der DDR und wurde vom dortigen Publikum geradezu verschlungen. Auch nach der deutschen Wiedervereinigung haben die Texte Bulgakows nichts an Aktualität verloren. Davon zeugen die neuen Übersetzungen seiner Romane, die hohen Auflagen seiner Bücher, zwei Opern, Einflüsse in der Rockmusik und eine Vielzahl von Theaterstücken, die auf deutschen Bühnen aufgeführt wurden und werden.

Zur Erinnerung an das literaturgeschichtlich wichtige Ereignis der ersten Übersetzung wurde die Ausstellung „Moskau ist nicht Berlin“ 2018 im Moskauer Bulgakow-Museum gezeigt. Anlässlich der Russischen Kulturtage 2019 entwickelte das Zwetajewa – Zentrum eine deutsche Adaption dieser Ausstellung, die nun in erweiterter Form erstmals in Berlin präsentiert wird.

Die Schau ist vom 22. März bis 6. September 2020 dienstags bis sonntags von 10-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Bildnachweis: CC0 via pixabay.com

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