Hantaviren: Ansteckungsgefahr im Gartenschuppen

Trotz zurückgehender Inzidenzen bei den Corona-Neuinfektionen und den damit verbundenen Freiheiten bleibt der eigene Garten oder die gepachtete Schrebergartenparzelle ein beliebtes Ausweichziel der Deutschen zur Erholung und Ablenkung vom Alltag. Doch gerade dort lauert eine zwar seltene, aber nicht zu unterschätzende weitere Virusgefahr: das Hantavirus.

In Deutschland wird das Hantavirus meist durch das Einatmen der Ausscheidungen wie Kot, Urin und Speichel der Rötelmaus übertragen, die sich gern in Gartenschuppen, Kellern und Dachböden aufhält. Hauptnahrungsmittel dieses Nagetieres sind Bucheckern. Aufgrund des zurückliegenden, sogenannten Buchenmastjahres wird nach vorliegenden Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) sowie verschiedener Gesundheitsämter ein starkes Hantavirus-Jahr 2021 erwartet. Ein solches Jahr wurde zuletzt 2019 mit bundesweit über 1.500 Fällen registriert.

„Eine erhöhte Infektionsgefahr besteht zwischen April und September“, sagt Michael Gärtner von der KKH in Berlin-Charlottenburg. „Hantaviren sind weltweit verbreitet, die Infizierung mit ihnen ist meldepflichtig.“ Typische Krankheitsverläufe sind abrupt einsetzendes hohes Fieber, das über drei bis vier Tage anhalten und oft von grippeähnlichen Symptomen begleitet werden kann, wie beispielsweise Kopf- Glieder- und Bauchschmerzen. In seltenen Fällen können akut auch die Nieren geschädigt werden.

„Wenn jetzt Aufräumarbeiten in Gartenschuppen, Dachboden, Keller oder versteckten Gartenecken anstehen, sollten die nachstehend genannten Tipps beachtet werden“, rät Gärtner:

  • Eine Staubentwicklung in betroffenen Bereichen, zum Beispiel durch Ausfegen, sollte unbedingt vermieden werden. Dem beugt man am besten durch Befeuchten der kontaminierten Stellen mit einem Sprühgerät vor.
  • Da sich das Virus auch über die Atemwege verbreitet, sollten Einmalhandschuhe sowie ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. Hier bieten sich besonders die zur Vermeidung einer Corona-Infektion speziellen FFP2-Masken an.
  • Bevor die zusammengetragenen Nagerauscheidungen entsorgt werden, sollten diese mit einem handelsüblichen Desinfektionsmittel eingesprüht werden.
  • Das Robert-Koch-Institut empfiehlt darüber hinaus, auch die verschmutzten Flächen nach dem Reinigen gründlich zu desinfizieren.

Die KKH Kaufmännische Krankenkasse ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit mehr als 1,6 Millionen Versicherten. Mehr Informationen unter kkh.de/unternehmen/kurzportraet.

Bildnachweis:  CC0 via pixabay.com

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