Der Beruf des Tatortreinigers: Was bedeutet Tatortreinigung?

Der Begriff Tatortreinigung umschreibt spezielle Reinigungsmaßnahmen, die sich auf die Beseitigung von Blut, Körperflüssigkeiten und anderen infektiösen Stoffen beziehen. Zu den Vorfällen, die diese Art der Reinigung erfordern, gehören Unfälle, Suizid oder versuchter Selbstmord, Tötungsdelikte sowie Massenunfälle, Arbeitsunfälle und Kontamination durch Infektionskrankheiten. Als Tatortreinigungen werden auch Reinigungsarbeiten an Leichenfundorten bezeichnet, die auf einen natürlich Tod zurückzuführen sind, der erst nach längerer Zeit bemerkt wird.

Ausgeführt werden diese Dienstleitungen von speziell ausgebildeten Tatortreinigern, die an den Schauplätzen von Gewaltverbrechen arbeiten. Sie werden nach Unfällen und anderen Tragödien von Privatleuten wie Haus- und Wohnungsbesitzern oder Behörden, Hausverwaltungen, Besitzern von Hotels und Geschäftsgebäuden beauftragt. Tatortreiniger ersparen den Betroffenen den seelischen Schmerz, um den Tatort selbst zu reinigen.

Die Reinigung eines Tatortes ist eine außerordentlich anspruchsvolle Arbeit. Tatortreiniger müssen eine breite Palette von Situationen bewältigen und in der Lage sein, sich mit den schrecklichsten Szenen auseinanderzusetzen. Sie werden insbesondere mit Blut und Körperflüssigkeiten konfrontiert, wobei die Verhinderung der Übertragung von Krankheitserregern das Hauptanliegen ist. Neben der Reinigung und speziellen Desinfizierung der Tatorte und Leichenfundorte entfernen die Reinigungskräfte auch kontaminierte Gegenstände.

Die Aufgaben von Tatortreinigern

Die Spezialisten für Tatortreinigung bzw. Leichenfundortreinigung erhalten zunächst die Freigabe von der Polizei oder anderen Ermittlern, bevor sie mit ihrer Arbeit beginnen. Meistens wird am Vortag der Reinigung ein Ozongenerator aufgestellt, um Schädlinge zu vernichten. Dazu werden Fenster und Türen geschlossen und verklebt. Falls die Arbeit durch strenge Gerüche erschwert wird, wie es beispielsweise bei einer Leiche der Fall ist, die mehrere Tage oder Wochen nicht entdeckt wurde, wird zur Geruchsneutralisierung ein Ozonisator eingesetzt. Dieser teilt Sauerstoffmoleküle auf, die sich durch elektrische Impulse in Atome teilen, die sich wiederum zu Ozonmolekülen vereinen. Nach einer halben Stunde ist die Luft wieder rein, sodass die die Reinigungsarbeiten beginnen können.

Dann ziehen die Tatortreiniger ihre Schutzbekleidung an, die aus Überschuhen, einem weißen Schutzanzug, zwei Paar Handschuhen, einer Gasmaske und Schutzbrille besteht. Über eine desinfizierte Schleuse betreten sie den Raum und beurteilen zunächst, was noch zu bergen ist und was sie entsorgen müssen. Teppiche, Bettzeug und Matratzen müssen zum Beispiel oft komplett beseitigt werden, während Wände, Fliesen und einige Möbel manchmal problemlos gereinigt werden können.

Sie desinfizieren den Tatort und verwenden Chemikalien, um das Blut zu lösen, damit die Reinigung einfacher wird. Danach legen sie alle Gegenstände, die sie entfernen, in entsprechende sterile Behälter und entsorgen das Material. Darüber hinaus haben sie oft mit trauernden Familienmitgliedern oder Geschäftsinhabern zu tun, die sich über negative Schlagzeilen Sorgen machen. Sie benötigen Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, wenn sie den Kunden den Reinigungsprozess erklären. Nach getaner Arbeit müssen noch sämtliche Reinigungsgeräte auseinandergenommen und desinfiziert werden. Danach wird das Transportfahrzeug gründlich gereinigt. Die zu vernichtenden Gegenstände werden von Spezialtransportern abgeholt.

Wie unterscheidet sich eine Tatortreinigung von einer normalen Reinigung?

Die Reinigung von Tatorten oder Leichenfundorten ist weitaus mehr als eine gewöhnliche Säuberung. Sie bedeutet, den betroffenen Bereich vollständig mit speziellen chemischen Reinigungsmitteln zu desinfizieren und in der Lage zu sein, auch solche Situationen zu bewältigen, die typische Reinigungsdienste nicht bewältigen können. Einige dieser Situationen sind:

  • Beseitigung von Tränengas: Tränengas wird manchmal von den Einsatzkräften am Tatort eingesetzt und ist danach sehr aufwendig zu beseitigen. Bis alle Chemikalien beseitigt sind, bleibt ein Gebäude unsicher und sollte nicht bewohnt werden.
  • Reinigung bei unbemerkten und ungeklärten Todesfällen: Eine der schwierigsten Situationen, mit denen Tatortreiniger konfrontiert werden, ist ein nicht bemerkter Todesfall. Viele Menschen unterschätzen die schädlichen Auswirkungen, die ein unbemerkter Todesfall auf die Wohnung haben kann. Sie erkennen nicht, dass diese sowohl die Sicherheit als auch das Wohlbefinden der zukünftigen Bewohner beeinträchtigen könnten, wenn der Fundort nicht wiederhergestellt wird.
  • Reinigung nach Suizid und Unfällen: Die Reinigung von Blut oder anderen Körperflüssigkeiten sollte mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Tatortreiniger verfügen im Gegensatz zu einem allgemeinen Reinigungsteam über die erforderlichen Kenntnisse und Werkzeuge, um einen Tatort gründlich und sicher zu sanieren.

Warum ist eine ordnungsgemäße Desinfektion wichtig?

Die gesundheitlichen Gefahren, die von Blut, Bakterien und ansteckenden Krankheiten ausgehen, können äußerst schwerwiegend sein. Bei einer übertragenen Krankheit, eines Todesfalles oder Unfalls, bei denen Blut im Spiel ist, besteht die Gefahr einer Ansteckung mit blutübertragenden Krankheitserregern und der Ausbruch von Infektionskrankheiten. Oft sind diese Erreger nicht sichtbar, sodass sich die Desinfektion für Laien als schwierig erweist.

Wenn Blutverschmutzungen nur äußerlich mit einem speziellen Lösungsmittel behandelt werden, ist der betroffene Bereich nicht richtig desinfiziert worden. Im besten Fall beseitigt diese oberflächliche Reinigung lediglich die Bakterien. Im schlimmsten Fall wurden ganze kontaminierte Bereiche übersehen, bei denen Blut und Körperflüssigkeiten unter Teppiche oder Holzböden gesickert sind. Dieses verursacht unangenehme Gerüche und fördert das Wachstum von Bakterien.

Tatortreinigungen in Berlin stellen mit professionellen Desinfektionen sicher, dass alle Bereiche von Blut und biologischem Material saniert werden. Um zu überprüfen, ob die betroffenen Stellen frei von Krankheitserregern sind, führt das Unternehmen Tests durch. Damit wird die Zellaktivität einschließlich der durch Blut übertragbaren Krankheitserreger gemessen. Erst wenn der Test keine registrierten Lichteinheiten anzeigt, ist der Grad der Sauberkeit zufriedenstellend.

Haushaltsauflösungen und Entrümpelung

Tatortreinigungen in Berlin enthalten auch Haushaltsauflösungen von Messiewohnungen, wobei zwanghaft gehortete Gegenstände ohne besonderen Wert entsorgt werden, die von sogenannten Messies stammen. Diese Menschen haben gravierende Probleme mit der Ordnung, sodass sie planlos sammeln. Eine weitere Herausforderung für die Reinigungskräfte stellt das übermäßige Halten von Tieren auf engstem Raum dar, das als „Animal Hording“ bezeichnet wird. Um die anderen Hausbewohner von dem beißenden Gestank der Tierexkremente zu befreien, werden die Moleküle der Gerüche zerbrochen und in Sauerstoff umgewandelt. Danach werden die entsprechenden Desinfektionen vorgenommen.

Corona-Desinfektionen

Tatortreiniger sind auch Desinfektionsexperten, deshalb sind sie bei Epidemien und Pandemien, wie zur Zeit das Coronavirus sehr gefragt. Die Desinfektoren der Tatortreinigungen in Berlin nehmen zum Schutz vor Corona Präventationsmaßnahmen vor und desinfizieren bestehende Kontaminationen. Anwendungsbereiche sind Personenbeförderungsmittel vom Linienbus bis zum Flugzeug und Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen, Altenheime oder Hotels, Restaurants und Supermärkte.

Die Ausbildung zum Tatortreiniger

Wer gerne Tatortreiniger oder Leichfundortreiniger werden möchte, sollte sich vorher genau überlegen, ob er für diese Aufgabe geeignet ist. Der Job wird gut bezahlt und erfreut sich durch diverse Comedyserien und Theaterstücke immer mehr an Beliebtheit. Dennoch ist die Tatortreinigung eine heikle Aufgabe, die nichts für schwache Nerven ist. Zu bedenken ist allerdings auch, dass unser Leben rund um Suizid, Mord oder Unfall ohne die Hilfe dieser professionellen Fachleute unerträglich wäre.

Der Beruf des Tatortreinigers ist in dem Sinne kein eigenständiger Ausbildungsberuf. Die meisten Leute, die auf diesem Gebiet tätig sind, haben eine dreijährige Ausbildung zum Gebäudereiniger hinter sich. Vorzugshalber wählen sie einen Ausbildungsplatz bei einem Gebäudereinigungsunternehmen, das sich auch mit Tatort- und Leichenfundortreinigung beschäftigt.

Anschließend folgt ein drei- bis vierwöchiger Lehrgang zum staatlich geprüften Desinfektor, in dem sich die Teilnehmer mit dem Infektionsschutz auseinandersetzen sowie Kenntnisse zum Umgang mit Desinfektionsmitteln und Chemikalien erwerben. Dazu lernen sie alles über Maßnahmen zum Schutz vor Viren, Bakterien und Schädlinge. In erster Linie arbeiten Desinfektoren in Krankenhäusern und in der Lebensmittelbranche, als Tatortreiniger ist diese Zusatzqualifikation ein absolutes Muss. Hilfreich sind zudem spezielle Seminare für Tatort- und Leichenfundortreinigung, die einige Hygieneschulen anbieten. Dort ist unter anderem Wissenswertes über die verschiedenen Gerüche und deren Beseitigung zu erfahren sowie über die psychologische Unterstützung der Auftraggeber bzw. Hinterbliebenen.

Welche Voraussetzungen sind für einen Tatortreiniger bedeutend?

Tatortreiniger müssen in erster Linie körperlich und psychisch äußerst belastbar sein und ein hohes Mass an Hygieneempfinden besitzen. Hinzu kommt sicherlich ein wenig Distanz und Härte, um die Geschehnisse und Bilder des Arbeitstages zu verarbeiten. Da man Einblicke in die intimsten Dinge der Verstorbenen bekommt und mit der Trauer der Hinterbliebenen konfrontiert wird, ist Mitgefühl und Empatie gefragt.

Vertrauen und Seriosität

Kunden von Tatortreinigern sind zum größten Teil sensibel, schwer zufriedenzustellen und bisweilen kompliziert. Der höchste Prozentsatz dieser Kunden hat Vertrauensprobleme, wenn es um ihre Sicherheit und ihren persönlichen Besitz geht. Deshalb ist ein hohes Maß an Integrität erforderlich, um das Vertrauen der Auftraggeber zu gewinnen. Alle Reinigungskräfte sollten nüchtern, ehrlich, flexibel und insbesondere so orientiert sein, dass ihre Kunden zufriedengestellt werden. Viele Menschen sehen es nicht gerne, wenn das Reigungspersonal in ihren Häusern oder Büros Dinge achtlos anfasst. Die meisten seriösen Tatortreinigungsfirmen führen eine gründliche Überprüfung des Hintergrundes von allen potenziellen Mitarbeitern durch. Dabei kann ein einziger unwesentlicher Konflikt mit den Gesetzen ausschlaggebend sein, um die Chance auf einen Arbeitsplatz als Tatortreiniger zu gefährden.

Einfühlungsvermögen und Empathie

Die Tatortreinigung erfordert den Umgang mit traumatisierenden Umständen und Ereignissen. Deshalb bedarf es mehr als eine Grundausbildung, um in diesem Beruf professionell zu handeln. Von allen Tatortreinigern wird vorausgesetzt, dass sie mitfühlend sind. Ohne Mitgefühl ist es für jeden Tatort- und Leichenfundortreiniger unmöglich, den betroffenen Opfern die angebrachte emotionale Unterstützung zukommen zu lassen. Es bedarf ein hohes Mass an Leidenschaft und Mitgefühl, um den Betroffenen der verschiedenen Verbrechen oder Todesfälle durch Beruhigung zu helfen, ihren seelischen Schmerz zu überwinden.

Was sind die schlimmsten Ereignisse an einem Tatort?

Zu den schlimmsten Erlebnissen an einem Tatort gehört ein Leichenfundort, der sich in einer Wohnung befindet, in der ein Mensch einsam und verlassen verstorben ist. Leider passiert es immer wieder, dass ein Leichnam erst nach mehreren Wochen entdeckt wird. Dieses geschieht beispielsweise häufig in Hochhäusern, in dem viele Menschen anonym nebeneinander leben. Erst nachdem der strenge Geruch des getrockneten Blutes und der Leichflüssigkeit wahrgenommen wird, werden die Tatortreiniger gerufen.

Diese Belastung bringt viele Mitarbeiter bis an ihre Grenzen, sodass die Absprungquote in dieser Branche mit ca. 90 Prozent besonders hoch ist. Dabei ist die Situation für viele Tatortreiniger nicht der unbemerkte Tod, der beißende Geruch von verwesendem Fleisch und den Körperflüssigkeiten, sondern die Vorstellung, dass jemand so lange unbemerkt bleiben konnte, bis sich ein Mitbewohner über den Geruch beschwert. Doch viele Tatortreiniger nehmen die unangenehme Aufgabe der Leichenentsorgung als Berufung an, weil sie etwas zurückgeben wollen, nachdem ihre eigenen Familien nach einem Todesfall von den Dienstleistungen der Tatort- und Leichenfundortreiniger profitiert haben.

Mehr Informationen unter www.tatortreinigung-berlin-michael.de

Bildnachweis: ©Tatortreiniger Michael Klein, Fellbach

Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und drücken Sie dannStrg + Eingabetaste.

Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.

Anmelden

19 − 17 =