Plötzlich Heimarbeit: Wie organisiert sich ein IT Unternehmen in der Krise? – Zu Gast beim Gutscheinportal Sparheld (Berlin-Mitte)

Im Frühjahr 2020 begann die weltweite Corona-Pandemie. Sie hat drastischen Einfluss auf sämtliche Lebensbereiche. Die Politik sah sich beispielsweise gezwungen, Kontaktbeschränkungen zu verhängen, um die Infektionsrate zu senken. Fast alle Unternehmen mussten durch die Gesundheitskrise ihre Arbeitsabläufe in kürzester Zeit ändern. Doch wie gut funktioniert dies? Hierfür haben wir in Berlin-Mitte die IT-Firma Sparheld besucht, die das gleichnamige Gutscheinportal betreibt. Gesprochen haben wir nicht nur mit Geschäftsführer Christian Hellrung, sondern auch mit Teilen der Belegschaft, einschließlich einer Werksstudentin, um einen Gesamteinblick zu erhalten.

Sparheld war frisch in neue Büros gezogen

Hellrung berichtet von einer besonderen Herausforderung, die sein Unternehmen im Zusammenhang mit der Pandemie meistern musste. Die Firma sei erst kurz vor dem Lockdown in neue Büros gezogen. Die täglichen Routinen hatten sich in den neuen vier Wänden noch nicht eingespielt. Und in dieser Situation mussten sämtliche Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt werden. Im Falle von Sparheld handelt es sich um mehr als 20 Personen, die in sechs europäischen Ländern aktiv sind. Ohne feste „Basis“ in Form der Berliner Büros sei die Koordinierung eines solchen internationalen Teams schwieriger, schildert Hellrung.

Dieser berichtet jedoch ebenfalls, dass Sparheld diese Probleme freiwillig bereits frühzeitig in Kauf nahm. Mit seinem Amtskollegen Hennig Kruthaup und Head of Operations Marguerite Denizet habe er entschieden, das Team schon vor dem großen europäischen Lockdown in die Heimarbeit zu versetzen. Letztere versichert uns, dass diese Entscheidung richtig war. Es habe in der ersten Woche „leichte Besorgnis“ gegeben, diese sei jedoch schnell verschwunden. Die Führungskräfte stünden vor der Herausforderung, ausreichend mit den Mitarbeitern via Chat und Telefon zu kommunizieren, um ihnen zu versichern, dass sie nicht „plötzlich ganz allein“ seien. Dies gelinge jedoch „smooth“.

Mitarbeiter sind positiv überrascht

Im Mitarbeiterstab gab es durchaus Bedenken, dass die tägliche Arbeit durch das Homeoffice leiden könnte. Head of Content Christian Heitbaum erklärt zum Beispiel, dass es seine Aufgabe sei, neuen Mitarbeitern den Schreibstil für Sparheld.de zu vermitteln. Durch die räumliche Trennung sei er hierfür plötzlich auf Skype sowie weitere Programme angewiesen. Er sei „überrascht, wie gut die Einarbeitung dennoch funktioniert.“ Letztlich mache es keinen Unterschied, ob eine Präsentation im Meetingraum ablaufe oder auf einem Computerbildschirm zu sehen sei.

Beim Wechsel vom Büro zur Remote-Arbeit aus dem Homeoffice helfe aber auch die Unternehmenskultur Sparhelds, so Heitbaum weiter. Es habe noch nie eine Stechuhr oder vergleichbare Systeme gegeben, „sondern immer einen Vertrauensvorschuss.“ Diese zahle sich nun aus. Die Mitarbeiter hätten schon immer gelernt, sich ihre Aufgaben selbst einzuteilen. Dies gelinge ihm persönlich „jetzt noch freier.“

Online-Einarbeitung als Schlüssel zum eigenverantwortlichen Arbeiten

Werksstudentin Betty Roggenkamp litt besonders darunter, dass innerhalb weniger Tage plötzlich alles anders war. Ihre persönliche Einarbeitung fiel aus und musste online erfolgen. Sie sei deshalb schon „etwas skeptisch“ gewesen, gesteht sie. Glücklicherweise hätten sich ihre Befürchtungen nicht bewahrheitet. Sie sei im Gegenteil „mehr als positiv überrascht“, wie gut alles online gelungen sei. Jede ihrer Fragen werde stets mit viel Geduld beantwortet. Außerdem werde ihr großes Vertrauen entgegengebracht, „was mich besonders motiviert.“ Durch diese ungewohnte Einarbeitung habe sie gelernt, sich selbst zu organisieren und eigenverantwortlich tätig zu sein.

Unter dem Strich gilt also: Sparheld vermittelt das Bild eines IT-Unternehmens, dass durch technische Möglichkeiten und eine förderliche Unternehmenskultur die Krise gut meistern konnte. Es ist dem Haus und natürlich ebenfalls allen anderen Betrieben zu wünschen, dass sich daran auch mittel- und langfristig nichts ändert.

Bildnachweis: CCO via Pixabay.com

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