Premiere von That’s Life – Das Sinatra-Musical: Hommage an Frank Sinatra

Schlussapplaus bei "That's life - dem Frank Sinatra-Musical" im Musicaltehater am Potsdamer Platz" / Bild: @pegü
Schlussapplaus bei "That's life - dem Frank Sinatra-Musical" im Musicaltehater am Potsdamer Platz" / Bild: @pegü

Am 8. Januar 2020 war die glanzvolle Premiere von „That’s Life“ im Musicaltheater am Potsdamer Platz. Und die Berliner Lokalnachrichten waren natürlich auch dabei! Viele Berliner Stars und Sternchen sind gekommen, darunter etwa RBB-Moderator Jörg Thadeuz, Komiker und Intendant Didi Hallervorden, Mediengeschöpf Julian FM Stöckel und der sympathische Andreas Marius-Weitersagen, deutschlandweit erfolgreicher Westernhagen-Impersonator.

Das Stück erzählt chronologisch den Aufstieg von Gesangslegende Frank Sinatra, wobei der jüngere Sinatra von Janko Danailow und der ältere von Tam Ward gespielt wird. Schnell wird deutlich, dass Tam Ward mit seiner Souveränität, seiner enormen Bühnenpräsenz und seiner stählernen Stimme alles überragt. Keine dankbare Aufgabe für den „jungen“ Sinatra, neben diesem Monument aus Charme, Kraft und Männlichkeit zu bestehen.

Das Publikum wird nicht enttäuscht, denn alle, aber auch alle der Hits, die Sinatra berühmt gemacht hat, werden geboten von Night and Day“ bis „New York, New York“. Und Ward haut sie alle perfekt bis zum letzten Tremolo raus. Jeder, der selbst schon mal versucht hat, in einer Karaoke-Bar „My Way“ oder „It was a very Good year“ zu imitieren, weiß, wie schwer diese Lieder zu singen sind. Gerade, wenn sie gleichzeitig nachdenklich und kraftvoll intoniert werden sollen. Bei diesen Schicksalsmelodien dürfte manch ein Zuschauer ein Tränchen im Auge gehabt haben. Die gesangliche Leistung, die bei Ward auch noch mit dieser typischen amerikanischen Lockerheit und Coolness daher kommt, läßt ihn noch größer wirken: Steht da vorn auf der Bühne ein Schauspieler oder ist es „The Voice“ himself?

Die Lokalnachrichten-Chefredakteurin mit Andreas Marius-Weitersagen bei der Premiere von That's Life.
Die Lokalnachrichten-Chefredakteurin mit Andreas Marius-Weitersagen bei der Premiere von That’s Life.

Nachteil dieser Devise, alle Hits zu bringen, ist die lange Dauer. Gerade der zweite Teil der Show ähnelt mehr eine Nummernrevue. Allerdings ist das besser als die faden, textlich enttäuschend anspruchslosen Spielszenen, die jede Pointe vermissen lassen. Es fühlt sich an, als würde der Wikipedia-Eintrag von Sinatra nachgespielt. Ich habe Besucher dabei beobachtet, dass sie auf die Uhr geguckt haben – es fehlt im ersten Teil leider der rote Faden, die Handlung, die einen irgendwie interessieren könnte.

Das Bühnenbild ist recht schlicht, eine Rückprojektionswand, davor eine zweiteilige Treppe, und verändert sich während der zweieinhalb Stunden fast nicht. Einziger Vorteil: die fantastische Band wird ins richtige Licht gerückt. Das zwölfköpfige Orchester unter der Leitung von Gerald Meier spielt makellos und überrascht mit ansprechenden Arrangements, die selbst Smashhits, derer man eigentlich schon längst überdrüssig war, wie „Angel Eyes“ oder „You Make Me Feel So Young“ wieder zum Hörgenuss machen.

Unter den sechs Tänzern sticht vor allem Micky Smith jr. heraus, der scheinbar über unbegrenzte Energiereserven verfügt und diese für fröhliche, fast akrobatische Tanzeinlagen verschwendet. Ein Höhepunkt der Show ist sicherlich die Rat Pack-Nummer von Tam Ward als Frank Sinatra, Randy Diamond als Dean Martin und Micky Smith jr. als ein tanzender Sammy Davis jr. .

That’s Life – Das Sinatra-Musical

Bildnachweis: @p.guette

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