Lesung „Der Fall Relotius – Erfundene Realitäten“ mit Kurzfilm „DEMETRIUS“ im Babylon-Kino

Am 2. Dezember 2019 um 19:30 Uhr gibt es im Babylon-Kino in Mitte einen Themenabend zum Fall des Journalisten und Hochstaplers Claas Relotius, bestehend aus Lesung, Filmen und Diskussion. Claas-Hendrik Relotius war vor allem für das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ tätig, aber auch für dpa, Süddeutsche Zeitung und taz. Seine gefälschten Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Reporterpreis, dem Katholischen Medienpreis, dem Peter-Scholl-Latour-Preis der Ullrich-Wickert-Stiftung, dem Liberty Award, dem European Press Prize und vielen anderen. Außerdem wurde Relotius zum CNN-Journalist of the Year gekoren.

DER FALL RELOTIUS, Erfundene Realitäten“ Premiere: Kurzfilm „Demetrius“ mit Christoph Gawenda (R: Fabio Thieme, Serkalo) Christoph Gawenda liest Relotius‘ Texte Dokumentarischer Begleitfilm „Sagen, was ist“ mit Jana Antonissen, danach Podiumsdiskussion zum Fall Relotius.

Erfundene Realitäten Premiere: Kurzfilm „Demetrius“ mit Christoph Gawenda (R: Fabio Thieme, Serkalo)

Christoph Gawenda liest Relotius‘ Texte Dokumentarischer Begleitfilm „Sagen, was ist“ mit Jana Antonissen Panel Diskussion mit Romy Jaster (HU BERLIN) und Mariam Lau (ZEIT)

STÜCKBESCHREIBUNG

Der gefeierte und international ausgezeichnete Journalist Claas Relotius (DER SPIEGEL) hat einen großen Teil seiner Protagonisten und Stories erfunden. Ein Jahr nach der Aufdeckung des Skandals lädt das Babylon zur künstlerischen Aufarbeitung des Falls Relotius ein.

Der Abend wird mit der Premiere des narrativen Kurzfilms „Demetrius“ (R: Fabio Thieme, Serkalo Filmproduktion) eröffnet, welcher von einem ähnlich manipulativen Journalisten auf dem schmalen Grat zwischen Realität und Fiktion erzählt. Es folgt eine szenische Lesung verschiedener fake-news durch den Hauptdarsteller des Kurzfilms Christoph Gawenda (Schaubühne), die den Fall Relotius anhand gewählter Beispiele der Antike bis in die Postmoderne historisieren.

Die Geschichten über schießwütige amerikanische Kleinstädter, erfundene Flüchtlingskinder und absurde Wahlkampfveranstaltungen haben nichts an ihrer ergreifenden Faszination eingebüßt und erhalten in neuem Licht betrachtet höchst ambivalente als auch humoristische Züge.

Der dokumentarische Kurzfilm „Sagen, was ist“ (R: Fabio Thieme, Serkalo Filmproduktion) gibt eine Gesamtschau des Relotius-Skandals, indem er sowohl dessen Protagonisten und Opfer zu Wort kommen lässt, als auch beim SPIEGEL in Hamburg an die Pforte klopft. Unter journalistischer Führung von Jana Antonissen, welche zuvor in „Demetrius“ in einer fiktiven Rolle auftritt, verschwimmen einmal mehr die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Spiel.

Eine abschließende Panel Diskussion mit der Philosophin Romy Jaster der Humboldt Universität zu Berlin und der Journalistin Mariam Lau aus der Hauptstadtredaktion der ZEIT über Haltungsjournalismus und fake-news, die Verantwortung eines Reporters zwischen Fiktion und Kunst und die gegenwärtige Möglichkeit von Objektivität rundet den Abend ab und gibt Gelegenheit zur Diskussion mit Publikum und Filmschaffenden.

FILMBESCHREIBUNG

„Demetrius“, 14 min, 2019 (R: Fabio Thieme, K: Rodrigo Levy, Serkalo Filmproduktion)

Der ebenso erfolgreiche wie charismatische Journalist Demetrius (Christoph Gawenda) hat fast sämtliche seiner Geschichten und Protagonisten erfunden. Als er einer Kollegin (Jana Antonissen) kurz nach dem Skandal ein Interview anbietet, entwickelt sich ein schwindelerregender Dialog über politische Verantwortung und die Konstruktion der Realität durch Journalismus und Kunst in einer verunsicherten Post-Relotius Welt.

  • FILMSTAB Regie und Buch: Fabio Thieme
  • Bild: Rodrigo Levy
  • Montage: Famil Agayev Serkalo
  • Filmproduktion: Famil Agayev Fabio Thieme
  • Produktionsleitung: Sarah Neumann
  • Szene: Bruna Badenes
  • Licht: Daniel Tavares
  • Tonaufnahme: Luke Agius
  • Tongestaltung: Yannick Pernot
  • Kostüm: Anna-Lena Giebels
  • Photographie: Dana Tescari Continuity: Sophie Reboldi

Der Kurzfilm „Demetrius“ wird nicht in der Festivalversion gezeigt. Es ist somit die Vor-Premiere einer inhaltlich und stilistisch anderen Fassung inklusive dem dokumentarischen Begleitfilm „Sagen, was ist“, ausschließlich für das Event „Erfundene Realitäten“ im Babylon.

Mehr Informationen unter babylonberlin.eu

Bildnachweis: Serkalo Filmproduktion

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