Berliner Brauerei-Azubis helfen beim Anpflanzen des Hopfens

Gruppenfoto mit Brauerei-Aubis in Hallertau. ©Berliner Pilsner
Gruppenfoto mit Brauerei-Aubis in Hallertau. ©Radeberger Gruppe

In der Corona-Krise fehlen den Landwirten bis zu 300.000 Saisonarbeitskräfte aus dem benachbarten Ausland. Besonders hart trifft es in diesen Tagen die Hopfenbauern. Neun Azubis der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei sind deshalb jetzt freiwillig im Einsatz in der bayerischen Hallertau. Auch mit ihrer Hilfe soll sichergestellt werden, dass ausreichend „grünes Gold“ gepflanzt werden kann. So weit das Auge reicht erstrecken sich in der Hallertau die noch leeren Drahtgestelle. An ihnen sollen die Hopfenpflanzen in den kommenden Wochen und Monaten emporklettern, bis zu 20 Zentimeter pro Tag. Dazu müssen die jungen Triebe in Handarbeit angepflanzt und um gespannte Drahtseile gewickelt werden – und zwar jetzt, im April und Mai. Denn das „grüne Gold“ kann nicht warten, bis die Maßnahmen in der Corona-Krise gelockert werden.

Doch ohne Hopfen kein Bier. Um das zu vermeiden, haben sich Anna-Lena, Fabian, Manuel und Nicolas (angehende Brauer & Mälzer), Sam (künftiger Industriekaufmann), Erik und Eric (in Ausbildung zu Mechatronikern), Cederic (angehende Fachkraft für Lagerlogistik) und Philipp (künftige Fachkraft für Lebensmitteltechnik) zum „Hopfen-Sondereinsatz“ gemeldet – freiwillig. Ihre Ausbildung bei der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei ruht seit dem 27. April, zumindest für rund drei Wochen.

„So lange sind unsere Azubis in der Hallertau, um die Hopfenbauern auf dem Hof Bachmeier in Aiglsbach/Landkreis Kelheim tatkräftig zu unterstützen. Auch, wenn wir eigentlich selbst gerade gut zu tun haben, denn die Nachfrage nach unseren Bieren im Handel ist richtig gut“, so Elmar Barlet, Betriebsleiter der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei. Dennoch habe er keinen Moment gezögert, die Nachwuchskräfte freizustellen – bei vollem Lohnausgleich. Elmar Barlet: „Natürlich bezahlen wir unsere Azubis weiter, während die Hopfenbauern für Kost und Logis vor Ort sorgen.“ Die behördlichen Regelungen dabei zu beachten, sei kein Problem, so die Zusicherung. Auch in den Hopfengärten stehen die Reihen weit genug auseinander, um den empfohlenen Abstand von zwei Metern bei der Arbeit einhalten zu können. Elmar Barlet ist überzeugt: „Abstand halten und Zusammenhalten sind eben kein Widerspruch, wie unsere Azubis zeigen. Das macht Hoffnung in diesen Tagen und zeigt: Hopfen und Malz sind noch lange nicht verloren.“

Bildnachweis: ©Radeberger Gruppe

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