Kolumne von David Eckel: Tag des Deutschen Brotes feiert am 5. Mai das Backhandwerk

Frisch gebackenes Brot / Bildnachweis: ©Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.
Frisch gebackenes Brot / Bildnachweis: ©Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.

Brot ist hierzulande nicht nur ein wichtiges Grundnahrungsmittel, es vereint auch variantenreiche Handwerkskunst, ein Weltkulturerbe und sogar den einstigen Anlass für die menschliche Zivilisation in sich. Genug, um dem kulturellen Laib einen ganzen Tag zu widmen: Am 5. Mai ist wieder Tag des Deutschen Brotes – der Tag, an dem die deutschen Innungsbäcker und ihr Handwerk zum achten Mal gewürdigt werden. Gerade jetzt, in Zeiten von Corona, werden die Bäcker durch ihren unermüdlichen Einsatz und Einfallsreichtum zu Helden des Alltags, denn sie sorgen auch in Krisenzeiten ein Stück weit für Normalität.

Schon die menschliche Zivilisation und Kultur entspringt genau genommen dem Backhandwerk, schließlich wurden die Menschen für den Getreideanbau sesshaft, ergriffen Berufe und erfanden Geld als Tauschmittel. Das Brot, wie wir es kennen, stammt ursprünglich aus dem alten Ägypten, wo vor etwa 6.000 Jahren das Geheimnis um die beliebte lockere Konsistenz der Backware entdeckt wurde. Durch Hefe und den so einsetzenden Gärungsprozess, geht der Teig mit etwas Ruhe auf und erhält so die typische Lockerheit. Genau aus dieser Zeit stammt auch die heutige Bezeichnung des Brotes, denn das ägyptische Wort „prôt“ steht für „Gegorenes“.

Deutsches Brot ist ein anerkanntes Weltkulturgut

Das simple Ursprungsrezept erfährt seitdem viele Wandlungen und Ergänzungen, der Fantasie beim Brotbacken sind keine Grenzen gesetzt. So können Bäcker heute aktuelle Trends berücksichtigen, auf gesundheitliche Besonderheiten und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse Rücksicht nehmen und so unendlich viele Brot-Kreationen für jeden Geschmack schaffen. Über 3.200 Brotsorten gibt es in Deutschland heutzutage, die zusätzlich je nach Region unterschiedlich interpretiert werden. Damit haben ist hierzulande die größte Brot-Vielfalt weltweit geboten. Entsprechend ist für 98,2% der Deutschen das knusprige Kulturgut nicht von ihrem täglichen Speiseplan wegzudenken, und auch im Ausland weiß man die Handwerkskunst der deutschen Bäcker zu schätzen. Wegen seiner enormen Vielfalt und weltweiten Beliebtheit wurde die deutsche Brotkultur im Jahre 2014 sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Die deutschen Innungsbäcker stehen ganz besonders für Handwerk, Tradition und Persönlichkeit. Mit diesem Rezept haben sie bisher noch in jeder Notlage Flexibilität und Durchhaltevermögen bewiesen und warten auch in der aktuellen Corona-Krise mit Kreativität auf, um möglichst alle Kunden mit Brot und Freude zu versorgen. Lieferdienste, Drive in-Schalter und Warenversand machen Brot- und Kuchenverzehr trotz der derzeitigen Einschränkungen möglich. Mit humorvoller Backkunst, die sich in Toilettenpapier-geformten Torten oder Amerikanern mit Mundschutz zeigt, und Improvisation für einen sicheren Verkauf beweisen die Bäckereien, dass es um mehr geht als ihr Sortiment.

Mit Preisnachlass für Corona-Helfer, kostenlosem Lieferservice für Kranke und Brot-Schenkungen an Bedürftige zeigen viele Bäcker vor allem Herz. Traditionell wird am Tag des Deutschen Brotes ein Brot-Botschafter gekürt. In diesem Jahr werden es die Innungsbäcker selbst sein, die den Titel und damit eine zusätzliche Anerkennung für ihre heldenhaften Leistungen in der Krise erhalten. Doch neben den wertschätzenden Worten und Gesten brauchen auch die Bäcker in der Krise vor allem ein fortlaufendes Geschäft. Und hier kann jeder helfen, indem weiter frisches Brot und Brötchen gekauft werden, auch der Einkauf von süßem Gebäck erfreut Genießer und Bäcker gleichermaßen. So können die Innungsbäcker und ihr traditionelles Handwerk die Krise überstehen – und ein Kulturgut wird bewahrt.

Bildnachweis: ©Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.

Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.

Anmelden