Berliner Entwickler im Mobile-Gaming-Trend

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Gaming-Branche in Deutschland zeigt seit einigen Jahrzehnten eine enorme Wachstumsrate. Auch 2020 enttäuschte sie nicht und erhöhte ihren Umsatz um mehr als dreißig Prozent. Eine wichtige Rolle hierbei spielten die hohen Verkaufszahlen von Mobile Games, welche mit In-Game-Produkten den Umsatz deutlich ankurbelten. Die vernetzte und kreative Entwickler-Szene in Berlin, die regelmäßig weltweit erfolgreiche Spiele auf den Markt bringt, leistet natürlich mit hochpopulären Mobile Games sowie neuartigen Indie-Spielen ihren Beitrag zu der generellen Aufwärtsbewegung im deutschen Gaming-Sektor.

Mobile-Gaming-Boom in 2020

Ob es die guten, alten Klassiker wie Tetris und Solitaire oder die neuen Konzepte für altbekannte Spielideen, wie die Kombination von virtueller und realer Welt mit Pokémon Go oder die Echtzeit-Wettbewerbe in den Vegas-Races Slots, sind, es gibt heutzutage zahlreiche Möglichkeiten Spiele auf dem Handy zu spielen. Und Smartphones sind eindeutig die Lieblings-Spiele-Plattform der Deutschen: 2020 nutzten 19,5 Millionen Menschen die intelligenten Geräte zum Spielen. Dies entspricht einem Anstieg von 1,1 Millionen Nutzern im Vergleich zum Vorjahr.

Die weitverbreitete Nutzung von Smartphones, sowie der einfache Zugang zu den Spielen wirkt sich von Jahr zu Jahr positiver auf die Download- und Verkaufszahlen aus. 2020 wuchs der deutsche Markt für Mobile Games erneut. Im Vergleich zu 2019 stieg der Gewinn um rund 23 Prozent auf sage und schreibe 2,3 Milliarden Euro. Verkaufsschlager waren vor allem Free-to-Play-Spiele mit In-Game-Käufen. Das sind Games, die kostenfrei heruntergeladen werden dürfen. Hat der Gamer den Wunsch das Spiel upzugraden, kann er die zusätzlichen Inhalte gegen einen Preis freischalten. Einen Negativtrend zeigten Spiele-Apps, die von Anfang an gegen Entgelt zu kaufen sind. Das Marktsegment sank um 15 Prozent auf rund 11 Millionen Euro.

Werden die Statistiken zu der allgemeinen Branchen-Entwicklung in Gaming bis 2020 in Deutschland genauer angeschaut, zeigt sich, dass der deutsche Spiele-Markt letztes Jahr einen Gewinn von rund 8,5 Milliarden Euro gemacht hat, was einer Umsatzsteigerung von mehr als 30 Prozent entspricht. Mobile Games haben neben dem Hardware-Verkauf den Löwenanteil in diesem Aufwärtstrend ausgemacht.

Berliner Entwickler

Der deutsche Gaming-Sektor hat der Berliner IT-Branche hinsichtlich der Profitsteigerung einiges zu verdanken. Wichtige Mobile-Gaming-Unternehmen haben ihren Sitz in der deutschen Hauptstadt und überschwemmen den Markt sowohl mit hochpopulären Mobile Games als auch mit kreativen Indie-Produkten.

Unter ihnen befindet sich auch Kolibri Games, das ursprünglich in Karlsruhe gegründet wurde und seit 2018 in Berlin residiert. Mit dem Spiel „Idle Miner Tycoon“, einem Wirtschaftssimulationsspiel für das Handy, hat das kleine Unternehmen ein Millionengeschäft gemacht. 2020 verkaufte es 75 Prozent der Anteile an den Softwareriesen Ubisoft. Ähnlich erfolgreich ist der Softwareentwickler Wooga, der seinen Markteinstieg mit Facebook-Spielen wie „Diamond Dash“ machte. Aktuell produziert er in erster Linie Story Driven Casual Games wie „Pearl’s Peril“ oder „June’s Journey“, um vor allem weibliche Gamer für sich zu gewinnen.

Auch die Entwickler des hochpopulären Spiels „Candy Crush“, die ihren Hauptsitz in London haben, eröffneten 2013 ein Büro in Berlin, um von der vielfältigen Entwicklerszene der Hauptstadt zu profitieren. Denn in puncto Kreativität überzeugen Berliner Softwaregenies, wie kaum andere Entwickler aus Europa. Ein großartiges Beispiel dafür ist Florian Grolig, der ursprünglich in seiner Firma smpl Animationsfilme produzierte, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden sind. Nun ist er mit „High Rise“ in den Mobile-Game-Markt eingestiegen. Das Indie-Werk überzeugte auch die Kritiker und wurde mit dem Deutschen Entwicklerpreis geehrt. Ein neuer Star in der Berliner Entwickler-Szenen ist StarBerry Games. Mithilfe des Mobile Games „Idle Coffee Corp“, das über sieben Millionen mal heruntergeladen wurde, ergatterte der Start-up über eine Million Euro Unterstützung von Venture-Capital-Schwergewichte wie ByFounders. Weitere Top-Spiele sind bei der Beihilfe garantiert.

Die Berliner Gaming-Szene strotzt vor kreativen Köpfen, die auch weltweit mit ihren Produkten den Mobile-Gaming-Sektor anheizen. Neben erfahrenen Softwareunternehmen wie Kolibri Games und Wooga überzeugen auch die Newcomer wie smpl und StarBerry Games mit hochinteressanten Spielen. Dass auch international erfolgreiche Firmen aus anderen Ländern einen Sitz in Berlin eröffnen, ist demnach keine Überraschung. Die Entwickler der Berliner Szene leisten ihren Beitrag zum Aufstieg der deutschen Gaming-Branche, welche seit Jahren ihren Gewinn erhöht. Das Jahr 2020 schloss sie mit einem Umsatzanstieg von mehr als 30 Prozent ab. Ob solche positiven Zahlen auch 2021 bekanntgegeben werden können, wird sich in wenigen Monaten herausstellen.

Bildnachweise: CC0 Public Domain via pxhere.com

Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.

Anmelden

2 × 5 =