EU startet Wettbewerb für soziale Innovation: 150.000 Euro für nachhaltige Mode

Mode aus Berlin kann auch nachhaltig sein! Bildnachweis: CC0 via pixabay.com

Die Europäische Kommission gibt heute den Start des Europäischen Wettbewerbs für soziale Innovation 2020 bekannt. Unter dem Thema: “Mode neu definieren: Verhaltensänderung für nachhaltige Mode” wird der Wettbewerb ausgeschrieben. Die diesjährige Ausgabe sucht nach jungen und innovativen Projekten, die die Art und Weise verändern, wie wir Mode produzieren, kaufen, verwenden und recyceln. Darüber hinaus sollen die Projekte eine nachhaltigere Änderung des Verbraucherverhaltens fördern.

Der Wettbewerb steht allen Teilnehmern aus EU-Mitgliedsstaaten und den mit Horizont 2020 assoziierten Ländern offen. Die Bewerbungsfrist endet am Mittwoch, dem 4. März 2020. Eine Jury wird im November drei Gewinnerideen auswählen, die jeweils mit 50.000 Euro ausgezeichnet werden.

“Die europäischen Verbraucher werden sich zunehmend der Umweltauswirkungen ihrer Konsumgewohnheiten bewusst. Aufbauend auf Europas Position an der Spitze der globalen Modebranche, sucht der diesjährige soziale Innovationswettbewerb nach Innovationen, die die Art und Weise verändern, wie wir Mode produzieren, verwenden und tragen und mehr Nachhaltigkeit in der gesamten Modebranche fördern”, so Slawomir Tokarski, Direktor für Innovation und fortschrittliche Produktion, DG GROW.

EU-Bürger kaufen jährlich über 12 Kilo Kleidung

Ziel des Europäischen Wettbewerbs für Soziale Innovation 2020 ist es, die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Mode zu verbessern. Die EU-Bürger kaufen pro Kopf im Durchschnitt mehr als 12 kg Kleidung pro Jahr, deren Herstellung 195 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgibt und 46 Milliarden Kubikmeter Wasser verbraucht.

Darüber hinaus entfallen zwischen 2% und 10% der Umweltauswirkungen auf Bekleidung, gemessen am Gesamtverbrauch der EU. Gleichzeitig werden mehr als 30 % der Kleidung in den Schränken der Europäer seit mindestens einem Jahr nicht mehr benutzt. Über die Hälfte der Kleidungsstücke wird nach ihrer Entsorgung nicht recycelt, sondern landet im gemischten Hausmüll und wird anschließend in Verbrennungsanlagen oder auf Deponien entsorgt.

Um diese Aspekte aufzugreifen, sucht der diesjährige Wettbewerb nach Ideen, die dazu beitragen, die nachhaltige Produktion, Nutzung und den Konsum von Mode sowie den End-of-Life-Status von Modeprodukten zu verbessern. Diese Ideen sollten darauf abzielen, den gesamten ökologischen Fußabdruck der Mode zu verringern und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen zu verbessern.

Zugleich soll durch die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und innovativer Geschäftsmodelle zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung beigetragen werden. Die im Rahmen des Wettbewerbs vorgestellten Lösungen sollten auch auf lokaler, nationaler oder europäischer Ebene skalierbar sein. Der Wettbewerb steht allen offen, die innovative und kreative Ideen haben, um die Modeindustrie nachhaltiger zu gestalten. Dies schließt soziale Innovatoren, Unternehmer, Studenten, Designer, Unternehmen, Gestalter und Kreative aller Art ein.

Der Wettbewerb wird mehrere Maßnahmen ergänzen, die die Kommission bereits durchgeführt hat, um das Problem der Nachhaltigkeit in der Mode zu lösen. Das 2018 verabschiedete Paket zur Kreislaufwirtschaft wird die Mitgliedstaaten erstmals verpflichten, dafür zu sorgen, dass Textilien getrennt gesammelt werden. Nach der neuen Abfallrichtlinie müssen die Mitgliedstaaten bis spätestens 2025 entsprechende Systeme einrichten.

Mit der Richtlinie über Verpackungsabfälle werden Zielvorgaben für die stoffliche Verwertung von 60% aller Verpackungen bis 2025 und 70% bis 2030 eingeführt. Die derzeit verbindliche Textilverordnung von 2011 legt Regeln für die Kennzeichnung und Etikettierung aller Textilerzeugnisse fest. Dazu zählen die Verpflichtung zur Angabe der vollständigen Faserzusammensetzung von Textilerzeugnissen auf allen Stufen der industriellen Verarbeitung und des gewerblichen Vertriebs sowie Regeln für die Bezeichnung von Textilfasern.

Bewerbungsfrist

Die Bewerbungen können bis Mittwoch, den 4. März, 12 Uhr, eingereicht werden.

Mehr Informationen unter eusic.challenges.org oder ec.europa.eu

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Was ist der Europäische Wettbewerb für soziale Innovation?

Der Europäische Wettbewerb für soziale Innovation wurde im Gedenken an den Pionier der sozialen Innovation, Diogo Vasconcelos, ins Leben gerufen. Es ist ein Wettbewerb, der von der Europäischen Kommission in allen EU-Mitgliedstaaten und den mit Horizont 2020 assoziierten Ländern ausgeschrieben wird. Der Wettbewerb wird nun schon zum achten Mal durchgeführt und fungiert als Leuchtfeuer für soziale Innovatoren in Europa, indem er eine bewährte Methodik einsetzt, um Ideen in der Frühphase zu unterstützen.  Zudem fördert er ein Netzwerk von herausragenden Innovatoren, die die Gesellschaft positiv verändern wollen. Der Wettbewerb befasst sich jedes Jahr mit einem anderen Thema in Europa.

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem Thema:  „Mode neu definieren: Verhaltensänderung für nachhaltige Mode“. Nach dem heutigen Start des Online-Wettbewerbs werden am 12. Februar in Valencia, Spanien, eine offizielle Auftaktveranstaltung sowie eine Reihe von Webinaren stattfinden. Dreißig Halb-Finalisten werden im Juli zur Europäischen Akademie für soziale Innovation eingeladen, wo sie Mentoring und Schulungen erhalten, um ihre weiteren Entwicklungspläne zu strukturieren. In einer zweiten Entscheidungsrunde werden die 10 Finalisten ermittelt.

Der Wettbewerb wird von der Europäischen Kommission mit Unterstützung von Nesta Challenges, Kennisland, Ashoka Spanien, dem Europäischen Netzwerk der Living Labs und Scholz & Friends organisiert.

Bildnachweis: CC0 via pixabay.com

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