Kleine Wesen kommen ganz groß raus – Wildbienen im Potsdamer Naturkundemuseum

Petrischak Anthidium manicatum Garten-Wollbiene Paarung auf Lavendel
Männchen der Flockenblumen-Langhornbiene (Tetraloniella dentata)

Im Naturkundemuseum Potsdam ist seit dem 15. September eine neue Sonderausstellung über „Wildbienen Brandenburgs“ zu sehen. Fotograf der 35 außergewöhnlichen Nahaufnahmen ist Dr. Hannes Petrischak, Wildbienenexperte und Leiter des Geschäftsbereichs Naturschutz bei der Heinz Sielmann Stiftung. Dr. Jobst Pfaender, Direktor des Naturkundemuseums Potsdam, freut sich über die gelungene Kooperation mit der Heinz Sielmann Stiftung. Die Partner sind sich einig in dem Ziel, Menschen für den Schutz der Natur zu sensibilisieren: „Schon immer nutzte dieses Haus den Treppenaufgang als weitere Möglichkeit, die Natur von ihrer schönsten Seite zu zeigen. Diesmal handelt es sich um einzigartige Porträts von Wildbienen, die in unserer Region heimisch sind“.

Makrofotografie zeigt diskrete Details

Die Aufnahmen von Dr. Hannes Petrischak wurden für die Ausstellung mit Artnamen und kurzen Beschreibungen ergänzt und zu großformatigen Informationstafeln umgestaltet. Dank der Technik der Makrofotografie werden darauf viele Details von Farben und Formen sichtbar, die im Gelände gar nicht wahrnehmbar sind. „Um aussagekräftige Fotos von Wildbienen zu erhalten und entscheidende Momente in ihrem Leben einzufangen, braucht man viel Geduld. Blütenbesuch, Partnerfindung und Nestbau sind fast immer verbunden mit faszinierenden Verhaltensweisen, in die man mit diesen Bildern eintauchen kann“, erklärt Petrischak.

Seltene Arten mit kuriosen Namen

Unter den in der Fotoschau vorgestellten Bienen sind sowohl sehr seltene als auch verbreitete Arten, oft mit sehr anschaulichen Namen. Hannes Petrischak, seit Kindesbeinen Fan der kleinen Insekten, gelingt es immer wieder, sie aufzuspüren und ihr mitunter skurriles Verhalten mit der Kamera einzufangen. Zu diesen Arten gehören zum Beispiel die Garten-Wollbiene, die Samthummel oder die Flockenblumen-Langhornbiene.

Flockenblumen-Langhornbiene (Eucera dentata)

Langhornbienen-Männchen haben sehr lange Fühler, was ihnen ein kurioses Aussehen verleiht. Die Flockenblumen-Langhornbiene kommt in Deutschland nur noch in Berlin, Brandenburg und vielleicht wenigen angrenzenden Gebieten vor. Sie liebt sandige, trockenwarme Brachen und Binnendünen, die in Brandenburg unter anderem auf ehemaligen Truppenübungsplätzen zu finden sind. Pollen sammelt sie vor allem an der Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe).

Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum)

Die Garten-Wollbiene und die Samthummel sind in der Ausstellung in ihrem Paarungsverhalten zu sehen. Die großen Männchen der wespenartig gelb-schwarz gezeichneten Garten-Wollbiene verteidigen dabei blühende Stauden von Lavendel oder Salbei kampfeslustig gegen alle anderen Blütenbesucher mit dem Ziel, sich mit den Weibchen zu paaren, die hier Pollen und Nektar sammeln.

Samthummel (Bombus confusus)

Die Samthummel liebt offene, trockenwarme, blütenreiche Hänge, an denen die Männchen mit ihren riesigen Komplexaugen ein bemerkenswertes Verhalten zeigen: Von mit Duftstoffen markierten Sitzwarten aus stürzen sie sich auf vorbeifliegende Insekten – in der Hoffnung, auf diese Weise ein Weibchen zu erobern. Die Samthummel ist ein echtes Highlight Brandenburgs, denn neben ganz wenigen Standorten in anderen Bundesländern finden sich hier die letzten Vorkommen der in Deutschland akut vom Aussterben bedrohten Art.

Alle drei Bienenarten sind in der Foto-Ausstellung „Wildbienen Brandenburgs“ zu sehen. Diese ist zu den regulären Öffnungszeiten des Museums Dienstag bis Sonntag 9-17 Uhr erkundbar und im Museumseintritt enthalten.

Adresse: Naturkundemuseum Potsdam, Breite Straße 13, 14467 Potsdam.

Männchen der Samthummel (Bombus confusus)

Bildnachweis: ©Dr. Hannes Petrischak

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