Wie Kleidung unsere Individualität beeinflusst

Angesagt ist, was gefällt: So lassen sich die Trends der modernen Welt vereinfacht zusammenfassen. In Zeiten von Social Media stehen sich so viele verschiedene Mode- und Stilrichtungen gegenüber wie nie zuvor. Diese modische Vielfalt unterstreicht wirksam die Individualität jedes Einzelnen. Auch angesichts des steigenden politischen Bewusstseins innerhalb der Gesellschaft ist diese Ausdifferenzierung ein wichtiges Zeichen.

Megatrend Individualisierung

Die Individualisierung ist zum umfassenden Kulturprinzip geworden. In der modernen, westlichen Welt hat man in nahezu allen Lebensbereichen die Freiheit zur Wahl – was wiederum eine weitläufige Auffächerung von Lebenskonzepten und Lebensstilen zur Folge hat. Treiber dieser Individualisierung ist die grundlegende Geschlechtergleichheit und der relativ hohe Ausbildungsgrad, der insbesondere in den industrialisierten Gesellschaften zugänglich ist. Ein individueller Kleidungs-Stil zelebriert so gesehen auch die Errungenschaften der modernen Gesellschaft – und kann damit als Ausdruck eines der größten Megatrends unserer Zeit verstanden werden.

Individualisierung in der Mode

Die Mode des 20-Jahrhunderts verkörperte noch die Modernität an und für sich. Seit Mitte der 1990er Jahre überwiegt die Tendenz zur Individualität. Das Einzigartige wird mehr und mehr zur Norm. Doch wie zeigt sich dies in heutigen Modestilen, wenn es alles schon einmal gegeben hat – und jeder anders sein kann und will als die anderen?

Ganz einfach: Das Spiel mit der Mode findet vor allem in den feinen Nuancen und flüchtigen Tendenzen statt. Durch jedes Zusammenführen von Farben, Schnitten, Mustern und Materialien entsteht Individualität. So offenbart sich in der ganz eigenen Art, sich zu kleiden, auch eine persönliche Haltung. Sie gibt Aufschluss über den eigenen Lebensstil und persönliche Interessen. Auch politische Standpunkte können subtil durch die Wahl der Kleidung kommuniziert werden: Von Second Season über Second Hand bis hin zu neuesten Kollektionen – in Vintage- und Flohmarkt-Mode vereinen sich schneller Konsum und Fairtrade, Innovation und Tradition. So schließt sich auch der Kreis von der Inspiration durch die Straße und dem Sichtbarwerden der Mode auf der Straße.

Mit der Verschmelzung verschiedener Mode-Statements sendet also jeder mit seinem Outfit eine eigene Botschaft. Damit hat die Mode nun das Potenzial, eines der großen Anliegen unserer Zeit zu adressieren: die Verpflichtung zu mehr Nachhaltigkeit. Die Tendenz geht weg von der schnelldrehenden Fast-Fashion, hin zu langsameren Zyklen und nachhaltigen Materialien, umweltfreundlichen sowie menschenwürdigen Produktionsbedingungen sowie kürzeren Lieferketten in der Mode-Industrie. Wer zu hochwertiger, nachhaltiger und langlebiger Mode greift, verkörpert somit ganz den aktuellen Zeitgeist. Zu guter Letzt bedeutet Individualisierung auch, dass kein Trend-Guru mehr unumstößlich sagen kann: „Das trägt man jetzt so!“ Stattdessen kann und sollte sich jeder selbst fragen, was „man“ tragen möchte.

Bildnachweis: CCO via pixabay.com

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