Interview mit Hera Lind zu ihrem neuen Roman: „Die Hölle war ihr Preis“ / Verlosung

Die Hoelle war der Preis von Hera Lind
Die Hoelle war der Preis von Hera Lind

Im neuen Tatsachenroman von Hera Lind, der am 13. April 2020 erscheinen wird, spricht eine Frau erstmals über ihre Schreckensjahre im DDR-Gefängnis Hoheneck. Dort erlebt sie unfassbar Grauenvolles. Doch ihre Hoffnung auf Freiheit und ihre große Liebe zu ihrem Mann geben ihr Kraft zu überleben.

Hera Lind / © Tina Graf

Frau Lind, was hat Sie an der Geschichte von Peasy, die versucht aus der DDR zu flüchten und im Gefängnis landet, besonders berührt?

Hera Lind: Diese unfassbare Dimension des Verlustes der Freiheit. Da will eine 22-Jährige junge Frau mit ihrem Ehemann aus der DDR flüchten, weil sie sich in dem Staat eingeschlossen und ihrer Träume beraubt fühlt, und gerät in eine noch viel schlimmere Gefangenschaft. Sie kommt in das Frauengefängnis Hoheneck. Jeder einzelne Tag ist für die sensible junge Frau die Hölle. Fortan lebt sie zusammengepfercht auf engstem Raum mit anderen Strafgefangenen. Die Zwangsarbeit, der Umgang der Wärterinnen mit den Inhaftierten, die Verhöre, die grauenvollen langen Stunden, Tage, Wochen und Jahre.

Sind Sie zu Recherchezwecken ins Erzgebirge gefahren?

Hera Lind: Ja und es war einfach nur grauenvoll. Obwohl das Zuchthaus ja inzwischen ein Museum ist und ein sehr freundlicher Mann mich ehrenamtlich etwa drei Stunden hindurchgeführt hat, konnte ich mir jedes Detail von damals noch mal genauer vorstellen: Die winzigen, vergitterten, dunklen Zellen, die Kälte, die Abgeschiedenheit. Ich sah Peasy vor mir, wie sie bei klirrender Kälte in dünnen Schuhen und in einer abgetragenen Uniform, ohne ein einziges liebes Wort zu hören, durch die Gänge schlich. Ein grauenvolles Schicksal. Auf dem ganzen Rückweg von Hoheneck nach Hause konnte ich kein Wort sprechen.

Unfassbar, dass Peasy trotzdem nicht den Glauben an Liebe und Vertrauen verliert.

Hera Lind: Die Protagonistin vermittelt trotz des Grauens und der Hoffnungslosigkeit in Hoheneck eine Gewissheit, ihren Mann irgendwann wiederzusehen. Dieses Urvertrauen in die Liebe ihres Mannes hat mich sofort überzeugt. Denn die Liebe ist die größte Kraft und Energie, die uns Menschen verbindet. Diese Botschaft kann man durch keine andere Geschichte besser ausdrücken.

Frau Lind, wir danken für das Interview.

Darum geht es in dem Tatsachenroman

Gisa Stein, genannt Peasy, wächst in Oranienburg nahe Berlin auf. Ihr Traum ist es, Tänzerin zu werden, und sie schafft es bis an die Staatsoper. Doch hier gerät sie in die Fänge der Stasi. In ihrer Verzweiflung versucht sie mit ihrem Ehemann Edgar, einem rebellischen Architekten, in den Westen zu fliehen. In einer kalten Januarnacht 1974 wird das Paar an der Grenze festgenommen und wegen Republikflucht zu fast vier Jahren Haft verurteilt. Was Gisa dann im Frauenzuchthaus Hoheneck durchmacht, ist die Hölle. Von unzähligen Briefen, die Edgar ihr schreibt, erreicht sie nur ein einziger: Er liebt sie und glaubt die Lügen nicht, die im Gefängnis über sie verbreitet werden. Aber Gisa hat ein Geheimnis. Wie hoch ist der Preis dafür?

Verlosung

Die Berliner Lokalnachrichten verlosen 5 Exemplare von „Die Hölle war der Preis“. Zur Teilnahme geben Sie bitte im Textfeld das Stichwort „Hera Lind“ an. Eine Teilnahme per E-Mail ist nicht möglich. Einsendeschluss ist der 15. April 2020.

Rechtsweg und Auszahlung sind ausgeschlossen. Die Teilnehmerdaten werden ausschließlich für die Durchführung der Verlosung verwendet. Bildrechte: © Tina Graf/Diana Verlag

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